Datsun 240Z: GT-R sein Urgroßvadder

Der Datsun 240Z ist nicht nur ein ziemlich hübsches Kfz, sondern auch GT-R sein Urgroßvadder. Gebaut in einer Zeit, als Nissan noch nicht mal Nissan hieß, sondern Datsun, wirkt der 240Z zu keiner Sekunde altmodisch oder überholt. Dafür wurde allerdings fast das ganze Auto revidiert.

Der 240Z ist seit über einem Jahr im Besitz von Dominic Le. Einige werden ihn vielleicht bereits von seinem Debüt auf der SEMA Show im November 2017 erkennen. Ziel war es, einen Klassiker mit einigen modernen Akzenten neu zu konzipieren, jedoch ohne unnötiges Schnickschnack: Nur ein rohes, cleanes Auto, das man so nicht jeden Tag sieht und dass trotz seines Alters einiges an Performance auf die Straße bringt. Dominic wollte letztendlich die Grenzen dessen, was er zu Hause bauen konnte, ausloten. So ziemlich alle Umbauten haben Dominic und seine Freunde im Laufe von sechs Monaten gemacht. Einige Jobs, wie das Schweißen von Titan und die Lackierung, wurden ausgelagert, aber Dominic tat alles, was er bis zu diesem Punkt konnte. Der Bau des 240Z war sowohl eine Lernerfahrung als auch ein Mittel zum Zweck.



Aufbauend auf der klassischen Form des Z ist bereits bei den breiten Work-Rädern klar, dass das kein normaler 240Z ist. Ein spezielles Paar roter Reflektor-Kohlefaser-Stoßfänger vorne und hinten sowie ein Frontsplitter von Chasing J wurden hinzugefügt – das Rot wird in den Verbundstoff eingewebt, wodurch er ein fast schwarzes Aussehen erhält, das den Purpurrotton reflektiert. Weitere kleine Details wie die Carbon-Türgriffe, OEM-Kotflügelspiegel und JDM-Heckleuchten runden das Äußere ab. Das Ganze ist in tiefem PPG-Rot lackiert. Ich denke, Larry hat hier ziemlich gute Arbeit geleistet, um zu vermitteln, wie Licht und Schatten mit der Farbe spielen. Der 240Z wird durch einen Satz von 32-fach einstellbaren Swift-Federn auf den Boden gebracht. Techno Toy Tuning-Querlenker vorne und hinten sowie MSA-Lenker bieten zusätzliche Kontrolle und Einstellbarkeit.

Auf der Rückseite helfen ein R180 Subaru STI-Differential und Porsche 930 Chromoly-CV-Achsen, die Leistung auf die Straße zu bringen, und zwar in Form von Custom Equip 40-Felgen in Bronze und Toyo Proxes R888R-Reifen. Die Bronze-Felgen passen perfekt zur roten Lackierung, die Felgen-Größe liegt bei 15 × 10 Zoll vorn, die Hinterräder haben 15 × 11 Zoll. Der Innenraum ist sowohl roh als auch luxuriös. Metallteile im selben Rot wie die Lackierung vermischt mit Komponenten aus glänzendem Karbon und einem Hauch von Titan zeigen, dass Leichtbau auch für das Auge sein kann. Das Armaturenbrett, die Türverkleidungen, die Mittelkonsole und der Tunnel sind alle aus Karbon gefertigt und wiegen zusammen unter 21 kg. Verglichen mit den Z-Sitzen, die jeweils um die 27 kg wiegen, eine erhebliche Gewichtsersparnis. Die Ersatzsitze sind komplett aus Carbon gefertigte Einzelteile, die mit schwarzem Leder bezogen und mit Takata Racing-Gurten versehen sind. Ein eigener hinterer Käfig und die hintere Domstrebe des Chasing Js tragen zur Steifigkeit des Chassis bei. Das Ergebnis ist ein Leergewicht von unter 900 kg.

Auch im Motorraum hat sich so ziemlich alles geändert. Statt dem ursprünglich verbauten 2,4 Liter-6 Zylinder (Typ L24), mit dem der 240Z außerhalb Japans ausgerüstet war, arbeitet nun ein SR20DET 4 Zylinder-Turbo aus einem Nissan 200SX S13 im Datsun. Der SR20 ist als drehfreudiger Motor mit hohem Tuningpotential bei vergleichsweise geringem Aufwand bekannt. Es gibt viele verfügbare Tuningteile und mit relativ wenig Aufwand lässt sich relativ viel Leistung erzeugen. Dominic wollte das Gewicht im Auto zentral halten, also positionierte er den neueren, kürzeren Motor so weit vorn, wie er konnte. Der SR20 wäre in vollständigem Originalzustand etwa 50 PS stärker als der L24, aber das war natürlich nicht genug. Der Nissan-Block überarbeitet und ist mit geschmiedeten CP-Kolben, Manley-Pleuelstangen, ACL-Rennlagern, einer neuen Kurbelwelle, Supertech-Ventilen und einer Tomei-Nockenwelle getunt.

Die Luft wird durch einen speziellen Garrett GTX3071R-Turbolader von Apex Performance und in einen GReddy-Ansaugkrümmer gesaugt, der von einer GReddy-Metallkopfdichtung fachgerecht eingeschlossen wird. Die Kraftstoffeinspritzung erfolgt mit ID1000-Einspritzdüsen, Nuke Performance FPR und Radium Auto-Kraftstoffverteiler. Ein CSF-Triple-Pass-Kühler sorgt dafür, dass die Ansaugtemperatur nicht explodiert. Alle Rohrleitungen im Motorraum sind aus Titan, ebenso die Ladeluftkühlerabdeckung. Wo immer möglich wurde jede Mutter und Schraube durch Titan ersetz. Abgestimmte SR20s sind in dieser Zeit nichts Neues, aber es gibt einige kluge Detaillösungen in Dominics 240Z. Zum Beispiel gibt es kein Gaszugkabel – der Motor wurde dank einer Toyota GT86-Drosselklappe, die auf den Intake des GReddy abgestimmt ist, auf Drive-by-Wire umgerüstet. Lustigerweise wurden Toyota Prius Smart-Spulen mit eingebauten Zündern verwendet, die in Dominics Setup für bis zu 1.000 PS gut sind.



Die neue Module arbeiten dank des angepassten Kabelbaums von Rywire Mil-Spec und der Adaptronic M2000-ECU sehr gut zusammen. Das Ergebnis ist ein modernes und ausgereiftes Motor-Management-System, das den SR-Motor des Datsun 240Z auf 428 PS bringt. Wenn man sich dann an das Leergewicht des Datsun erinnert, kann man sich vorstellen, was in dem Hocker los, wenn man das Gaspedal runterdrückt. Das genießt auch Dominic in vollen Zügen: „Ich habe jedes Jahr Autos gebaut und habe bisher keine Chance bekommen, die Früchte meiner Arbeit zu genießen“, sagt er. „Ich möchte einfach nur raus und das Auto hart fahren, und wenn die Dinge kaputt gehen, dann werde ich sie reparieren und wieder zerstören, bis wir es richtig machen.“

Fotos: Speedhunters

[Gesamt:2    Durchschnitt: 4.5/5]

5 Gedanken zu „Datsun 240Z: GT-R sein Urgroßvadder

  • 07/02/2019 um 14:14
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    Bisschen laut vielleicht für deutsche Straßen (und Zulassungsstellen) 😂

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  • 07/02/2019 um 14:16
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    Nicht nur den Auspuff, das halbe Auto würden sie beim TÜV in Deutschland still legen 😖

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  • 09/02/2019 um 12:39
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    Endstufenmäßig, selbst mit dem 4 Zylinder, der dürfte mit den paar Kilos kaum Probleme haben

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