Renault Megane R.S. Trophy-R vs. Honda Civic Type R

Der Honda Civic ist wohl den meisten Menschen schon mal über den Weg gelaufen. Der Kompaktwagen kam 1972 auf den Markt und wurde seitdem 18,5 Millionen mal gebaut. 2015 wurde bereits die zehnte Generation eingeführt, zwei Jahre später folgte die Type R-Version, das sportliche Topmodell der Baureihe. Die Type R-Varianten stellen sich traditionell auch mit einigem Erfolg der Nürburgring Nordschleife. Das können wir auch, dachte man sich bei Renault, und baute eine Extrem-Version vom Megane: Den heutigen Gegner des Honda Civic Type R, den Renault Megane R.S. Trophy-R.

Der Megane erblickte 1995 als Nachfolger des Renault 19 das Licht der Welt. Mittlerweile geht er in die vierte Modellreihe. Traditionell gibt es eine R.S.-Version, auch eine R.S. Trophy-Version wurde schon hier und da gesehen. Das reichte Renault diesmal aber nicht: Der Megane R.S. Trophy-R speckte nochmal 130 kg im Vergleich zum Trophy ab und kommt damit auf gerade mal 1.306 kg Leergewicht. Mit denen hat der 1,8 Liter große Turbo-Benziner dementsprechend leichtes Spiel. Im Honda werkelt ebenfalls ein turboaufgeladener Reihenvierzylinder unter der Motorhaube, hier allerdings mit 2,0 Litern Hubraum. Die schieben im Civic Type R 1.380 kg an, auch nicht unbedingt viel. Welcher Kompaktsportler geht zuerst durch das Ziel?

1. Leistung und Drehmoment: Honda Civic Type R

Bei der Motorleistung macht sich der leicht größere Hubraum des Civic Type R bezahlt: 235 kW / 320 PS und 400 Nm Drehmoment entwickelt der turboaufgeladene Vierzylinder. Der Megane R.S. Trophy-R steht mit 221 kW / 300 PS und ebenfalls 400 Nm Drehmoment ebenfalls extrem gut im Saft – 1,9 Bar Ladedruck sei Dank. Ein knapper Punkt für den Honda.

Fotos vom Honda Civic Type R:

2. Beschleunigung: Renault Megane R.S. Trophy-R

Beide Autos werden nur mit Sechs-Gang-Handschaltung gebaut, daher lassen sie sich bei der Beschleunigung sehr gut vergleichen. Der Honda Civic Type R braucht 5,7 Sekunden auf 100 km/h und 20,5 Sekunden auf 200 km/h. Trotz Rev-Match-System, welches beim Herunterschalten per Zwischengasstoß die passende Drehzahl trifft, kommt der Honda aber nicht ganz mit dem spürbar leichteren Renault mit: Nach 5,4 Sekunden erreicht er Tempo 100 km/h, nach 19,1 Sekunden fällt die 200 km/h-Marke. Der Megane schlägt zurück!

3. Höchstgeschwindigkeit: Honda Civic Type R

Und wird direkt wieder eingeholt: Auch beim Topspeed macht der Civic Type R das Rennen: 272 km/h läuft der Japaner bei vollem Schub. Der Megane R.S. Trophy-R ist mit 262 km/h nicht weit entfernt, muss dem Type R aber wiederum die Führung überlassen.

4. Nürburgring Nordschleife: Renault Megane R.S. Trophy-R

Aber was können die beiden Krawallbüchsen auf der Rennstrecke? Die Nordschleife vom Nürburgring ist prädestiniert, um Stärken und Schwächen eines Autos aufzudecken. Und genau der Ort, wo Honda und Renault sich seit Jahren um den Titel des schnellsten Sportwagens mit Frontantrieb streiten. Der Honda Civic Type R stellte hier 2017 mit 7:43:80 Minuten einen neuen Rekord auf. Genau diesen Rekord brach Renault 2019 mit dem Megane R.S. Trophy-R: Er ging in 7:40:10 Minuten um die Nordschleife und ist seitdem die schnellste Frontfräse auf dem Nürburgring. Punkt für den Renault.

Fotos vom Renault Megane R.S. Trophy-R:

5. Preis: Honda Civic Type R

Und wieder schlägt der Civic Type R zurück: Gerade mal 36.050 Euro verlangt Honda für ein Auto, welches Rekorde aufstellte – ein echtes Schnäppchen. Für den Megane R.S. Trophy-R musste man deutlich tiefer in die Tasche greifen: 59.740,10 Euro wurden fällig, wenn man überhaupt an einen der 500 Meganes aus der limitierten Kleinserie herankam. Nur 100 waren für den deutschen Markt vorgesehen. Zudem wurden für den Weltmarkt weitere 30 Trophy-R-Fahrzeuge mit Carbon-Keramik-Paket produziert: Für diese Autos verlangte Renault sage und schreibe 85.740,10 Euro.

SIEGER: 3 : 2 Honda Civic Type R

Der Honda Civic Type R gewinnt denkbar knapp das Rennen. Er ist dank des leicht stärkeren Motors zumindest auf der Autobahn schneller als der Renault Megane R.S. Trophy-R. Der Franzose ist jedoch nochmal deutlich mehr Rennwagen als der Japaner und fühlt sich auf den Rundkursen der Welt wie zu Hause. Spaß macht der Civic jedoch genauso viel. Und ob einem knapp vier Sekunden auf der Nordschleife mehr als 23.000 Euro wert sind, ist zumindest fraglich. Der Megane ist vor allem Dank seiner Kompromisslosigkeit ein faszinierendes Auto. Wer daran Freude hat, macht daher aber auch mit dem Trophy-R absolut nichts falsch.

Fotos: Honda, Renault

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Horst
Horst
2 Monate zuvor

Design: Megane Trophy R

Leon
Leon
2 Monate zuvor

Bin eigentlich kein Renault-Fan, aber der Trophy R ist schon ne Granate

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