Porsche Taycan Turbo S vs. Porsche 911 GT2 RS

Der Porsche 911 GT2 RS 991 ist nach wie vor der stärkste 911er, der je gebaut wurde. Selbst der ganz neue Porsche 911 Turbo S kann zwar beim Drehmoment, nicht aber bei der Leistung mithalten. Ähnlich verhält es sich mit seinem heutigen Gegner: Der Porsche Taycan Turbo S, der dank Elektroantrieb ebenfalls Drehmoment ohne Ende hat.

Neben seinem hohen Gewicht kämpft der Taycan Turbo S allerdings aktuell noch mit einem ganz anderen Problem – der ganze VAG-Konzern leidet unter Lieferschwierigkeiten bei den Speichermodulen. Das erste Problem wird den Elektro-Porsche bauartbedingt bis zum Produktionsende begleiten: 2.370 kg bringt der Taycan auf die Waage. Für Porsche ein akzeptabler Kompromiss aus Reichweite und schweren Akkus. Der 1.470 kg schwere Porsche 911 GT2 RS ist dagegen ein Fliegengewicht. Im Vergleich zum Turbo ist neben solchen Unwichtigkeiten wie einer Rücksitzbank auch der Allrad-Antrieb rausgeflogen. Der GT2 ist kompromisslos auf Performance ausgelegt. Die kommt in erster Linie vom 6-Zylinder-Boxer im Heck, dessen 3,8 Liter Hubraum von zwei Turboladern beatmet werden. Welches Fahrzeugkonzept gewinnt den Vergleich?

1. Leistung und Drehmoment: Porsche Taycan Turbo S

Der 911 GT2 RS holt 515 kW / 700 PS und 750 Nm Drehmoment bei 1,55 Bar Ladedruck aus seinen sechs Töpfen. Der Taycan Turbo S produziert noch ein bisschen mehr Leistung: 560 kW / 761 PS und 1.050 Nm erzeugen die zwei Elektromotoren. Das ist allerdings nur die Peakleistung, die laut Porsche für mindestens 10 Sekunden, bei Overboost/Launch Control für mindestens 2,5 Sekunden zur Verfügung steht. Theoretisch wäre mehr drin, die Reichweite würde aber so stark leiden, dass Porsche den Fahrer quasi vor sich selbst schützt.

Fotos vom Porsche Taycan Turbo S:

2. Beschleunigung: Porsche 911 GT2 RS

Und der 911 GT2 RS schlägt zurück: Dank seines Heckmotors und Heckgetriebes, die beide auf die Hinterachse drücken, geht er in 2,8 Sekunden auf 100 km/h. Der Taycan Turbo S kann dank sofort verfügbarem Elektro-Drehmoment und Allrad-Antrieb mithalten: Er braucht ebenfalls 2,8 Sekunden. Danach wird es allerdings langsam aber sicher deutlich: Bis 200 km/h vergehen beim 911 8,3 Sekunden. Der Taycan ist nach 9,8 Sekunden auf 200 km/h, das hohe Gewicht verhindert eine bessere Zeit.

3. Höchstgeschwindigkeit: Porsche 911 GT2 RS

Beim Vollgas-Test ist es ein einseitiges Rennen: 340 km/h stehen beim 911 GT2 RS bei freier Bahn auf dem Tacho. Dann geht dem GT2 nicht die Kraft aus, sondern die Drosselklappe geht zu, bevor dem Fahrer die weichen, traktionsstarken Reifen um die Ohren fliegen. Der Taycan Turbo S kommt da nicht ansatzweise mit: Bei 260 km/h ist Schluss. Technisch könnte er mehr, doch auch hier machen ihm die Akkus einen Strich durch die Rechnung, da sie bei noch höherem Tempo zu stark an Leistung verlieren würden.

4. Nürburgring Nordschleife: Porsche 911 GT2 RS

Die Nordschleife des Nürburgrings, die vom Porsche-Hauptquartier in Zuffenhausen gerade mal drei Autostunden entfernt ist, stellt quasi die Hausstrecke für Porsche dar. Der Taycan Turbo S holte hier im August 2019 mit 7:42:34 Minuten den nach wie vor bestehenden Rekord für Elektroautos. Ähnlich erging es 2017 dem 911 GT2 RS: Mit 6:47:30 Minuten stellte er ebenfalls einen neuen Rekord auf, der fast ein Jahr hielt, bis der Lamborghini Aventador SVJ sich auf den Thron setzte. Punkt für den 911.

Fotos vom Porsche 911 GT2 RS 991:

5. Preis: Porsche Taycan Turbo S

Der Porsche 911 GT2 RS der Baureihe 991 stellte auch beim Preis einen Rekord auf: Er ist der teuerste 911er aller Zeiten. 285.220 Euro rief Porsche auf. Der Taycan Turbo S ist auch kein Schnäppchen, aber deutlich günstiger: 185.456 Euro werden für Porsches Elektroflaggschiff fällig. Punkt für den Taycan.

SIEGER: 3 : 2 Porsche 911 GT2 RS

Gar nicht mal so eindeutig: Der Porsche 911 GT2 RS trägt den knappen Sieg davon. Lediglich bei der Leistung und beim Preis zieht der 911 GT2 RS den Kürzeren. Wobei die Leistung im Taycan auch nur als Overboost für wenige Sekunden zur Verfügung steht. Wer die absolute Endstufe möchte, kommt am 911 GT2 RS nicht vorbei – mehr Performance gab es nie in einem Elfer, dazu kommt einer der besten Motorsounds aller Zeiten aus der Titanabgasanlage. Letztendlich ist es aber eine Grundsatzentscheidung: Elektroantrieb mit begrenzter Reichweite, aber extremem Drehmoment oder konventioneller Verbrenner mit dem besseren Gesamtpaket und Motorsport-Feeling pur.

Fotos: Porsche

4.4 109 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
2 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Heiko
Heiko
3 Monate zuvor

GT2 RS bester Sportwagen aller Zeiten!

Hagen Reuter
Hagen Reuter
3 Monate zuvor

Der 911 GT2 RS ist halt die bisher leistungsfähigste Version eines Sportwagens, der seit über einem halben Jahrhundert immer weiterentwickelt wird. Der Taycan wurde grad erst geboren. Dem sollte man erstmal ein bisschen Zeit geben. Man kann nicht erwarten, dass bei einem neuen Modell mit einem komplett neuen Antriebskonzept gleich alles problemlos funktioniert.

2
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x