McLaren P1 vs. McLaren 765LT

Der McLaren P1 ist eines der Fahrzeuge aus der beginnenden Ära der Hypercars. Der P1, der Porsche 918 Spyder und der Ferrari LaFerrari zeigten damals, 2013, mit der Kombination aus klassischem Verbrennungsmotor und Elektroantrieb ein neues Level an Performance. Doch das führte keineswegs zum Aussterben klassischer Sportwagen, wie eines der neuesten Fahrzeuge aus Woking zeigt: Der McLaren 765LT stellt sich dem Duell gegen den P1.

Als der McLaren P1 2013 präsentiert wurde, kam die Elektrifizierung gerade in Gang und die Konzerne brauchten Technologieträger. So wurde alles verbaut, was technisch möglich war: Ein leistungsstarker 3,8 Liter V8-Biturbo an der Hinterachse, ein Elektromotor an der Vorderachse und diverse Systeme direkt aus der Formel 1, wie ein sechsstufiges ESP und Bremsenergierückgewinnung. In Anbetracht all der Technik ist das Fahrzeuggewicht von 1.500 kg noch als relativ niedrig zu bewerten. Der 765LT dagegen folgt der klassischen McLaren-DNA: Ein aufgeladener V8-Biturbo in der Mitte, dessen ganze Kraft auf die Hinterachse geht, dazu so viel Leichtbau wie möglich. Kann der 765LT dem P1 gefährlich werden?

1. Leistung und Drehmoment: McLaren P1

Der McLaren 765LT mobilisiert 563 kW / 765 PS und satte 800 Nm Drehmoment. Damit ist er das stärkste Modell aus McLarens Super Series. Der P1 würde hier selbst ohne Elektromotor fast schon das Rennen machen. 542 kW / 737 PS und 720 Nm produziert der aufgeladene V8, dazu kommen 132 kW / 179 PS und 260 Nm aus dem Elektromotor. In Sachen Leistung ist der Plug-in-Hybrid P1 fast jedem Sportwagen der Welt deutlich überlegen.

Fotos vom McLaren 765LT:

2. Beschleunigung: McLaren P1

Der McLaren 765LT kommt auf ein Fahrzeuggewicht von nur 1.339 kg. Damit hat der V8-Biturbo leichtes Spiel: In 2,8 Sekunden erreicht er 100 km/h, nach 7,2 Sekunden passiert er die 200 km/h-Marke und nach 20,4 Sekunden stehen 300 km/h auf der Uhr. Der McLaren P1 mit der Kraft der zwei Motoren ist noch schneller: Bis Tempo 100 km/h braucht er mit 2,8 Sekunden noch genauso lang wie der 765LT, mit 6,8 Sekunden ist der P1 aber schon vier Zehntel schneller auf 200 km/h. Danach zieht er einsam davon: Bis 300 km/h nimmt er dem 765LT mit 16,5 Sekunden fast vier Sekunden ab – zwei Zehntel schneller als ein Bugatti Veyron. Punkt für den P1.

3. Höchstgeschwindigkeit: McLaren P1

Beim Topspeed enttäuscht der 765LT ein wenig – bei 330 km/h ist Schluss. Das hat aber seinen Grund: Der 765LT ist auf kompromisslose Rennstreckenperformance und damit auf Abtrieb ausgelegt. Der P1 kämpft mit demselben Problem, erreicht aber immerhin 350 km/h. Dann wird der Plug-in-Hybrid elektronisch abgeregelt.

4. Nürburgring Nordschleife: Unentschieden

Die Nordschleife des Nürburgrings ist die ultimative Prüfung für Sportwagen. Handling, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, alles muss passen für eine Topzeit in der legendären grünen Hölle. Umso merkwürdiger, dass es ziemlich schwierig ist, für diese beiden Autos Zeiten zu finden. Für den P1 hört man von McLaren nur, dass die Zeit unter sieben Minuten lag – dementsprechend gehen wir von 6:59:99 Min aus. Langsamer als der direkte Konkurrent Porsche 918 Spyder, vielleicht hielt man sich deswegen bedeckt. Für den McLaren 765LT gibt es leider noch gar keine offiziellen Zeiten. Unentschieden.

Fotos vom McLaren P1:

5. Preis: McLaren 765LT

Der McLaren 765LT kostet nicht weniger als 335.000 Euro. Das ist Lamborghini-Territorium. Für einen P1 musste man ab 2013 mindestens 1,1 Millionen Euro auf den Tisch legen. Der Ehrenpunkt für den 765LT.

SIEGER: 3,5 : 1,5 McLaren P1

Das war eindeutig: Der McLaren P1 gewinnt dank seiner zwei Motoren deutlich. Leistung, Drehmoment, Beschleunigung und Topspeed, da hält kaum ein anderer Sportwagen mit. Dem 765LT bleibt nur die Hoffnung, in naher Zukunft eine schnellere Nordschleifenrunde als der P1 hinzulegen – alle Vorraussetzungen dafür sind vorhanden. Beim Preis spielt er in ganz anderen Dimensionen als der P1, ist damit aber natürlich keineswegs ein günstiges Auto.

Fotos: McLaren

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Jochen Herbst
Jochen Herbst
3 Monate zuvor

Bei der Beschleunigung vom P1 und dem Active Aerodynamics System glaub ich kaum, dass der 765 LT schneller auf der Rennstrecke wäre

Jon
Jon
3 Monate zuvor

Der P1 ist schon 7 Jahre alt und fährt den 765 in Grund und Boden. Da sieht man, wie überlegen Hybrids sind.

Tobi
Tobi
3 Monate zuvor
Reply to  Jon

Wird also Zeit für nen P2 😊

Larsi
Larsi
3 Monate zuvor

Unfairer Vergleich 😀

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