Dodge Challenger SRT Hellcat vs. BMW M5

Der Dodge Challenger SRT Hellcat gegen den BMW M5 F90: Zwei Welten treffen aufeinander. Der Dodge Challenger kam erstmals 1969 auf den Markt und mischt nach vielen Jahren Produktionspause seit 2008 wieder bei den Hochleistungscoupes mit. Der BMW M5 wurde 1985 vorgestellt und gehört seitdem durchgehend zur BMW-Modellpalette. Welches Auto ist der bessere Sportwagen?

Auf dem Papier sind beide Autos ähnlich aufgebaut. Beide werden von V8-Motoren angetrieben, beim BMW M5 mit 4,4 Litern Hubraum, beim Challenger 6,2 Liter groß. Dann beginnen bereits die Unterschiede. Der Dodge-Motorblock wird durch einen Kompressor zwangsbeatmet, der BMW-Achtender durch zwei Turbos aufgeladen. Downsizing nennt sich das Ganze, nachdem in den letzten Jahren im M5 auch schon ein Zehnzylinder-Sauger seine Runden gedreht hatte. Traditionsgemäß geht die Leistung beim Challenger komplett auf die Hinterachse, damit man beim Burnout vor dem Dragrace auch die Reifen auf Temperatur bekommt. Dasselbe Antriebskonzept kennt man eigentlich auch von BMW, doch im aktuellen M5 hat man sich für einen variablen Allradantrieb entschieden: Die Leistung kann entweder über alle vier Räder oder nur über die Hinterachse übertragen werden. Macht die bessere Traktion aus dem M5 auch das bessere Auto?

1. Leistung und Drehmoment: Dodge Challenger SRT Hellcat

Der BMW M5 drückt 441 kW / 600 PS und, Biturbo sei Dank, 750 Nm Drehmoment. Der Challenger SRT Hellcat mit fast zwei Litern mehr Hubraum kann da nur müde lächeln: 527 kW / 717 PS und enorme 881 Nm Drehmoment produziert der 6,2 Liter große V8. Ein klarer Sieg für den Amerikaner.

Fotos vom BMW M5 F90:

2. Beschleunigung: BMW M5 F90

Der Challenger SRT Hellcat beschleunigt in gerade mal 3,9 Sekunden auf 100 km/h, die 200 km/h-Marke fällt nach 10,6 Sekunden. Bis 300 km/h wird es mit 38,8 Sekunden etwas zäher, dennoch eine respektable Zeit. Der BMW M5 ist beim Start mit 3,4 Sekunden bis 100 km/h eine satte halbe Sekunde schneller, obwohl er mit 1.930 kg einiges auf die Waage bringt. Typisch amerikanischer V8 ist aber auch der Challenger mit 1.957 kg kein Leichtgewicht. Trotzdem kann er bis 200 km/h die Verhältnisse umkehren und dem 11,1 Sekunden schnellen BMW davonfahren. Der braucht jedoch bis 300 km/h nur 33,8 Sekunden und setzt sich wieder an die Spitze. Punkt für den M5.

3. Höchstgeschwindigkeit: Dodge Challenger SRT Hellcat

Beim Thema Topspeed wird es etwas unfair: Für den BMW M5 ist normalerweise bei gerade mal 250 km/h Schluss. Erst mit dem optionalen BMW Drivers Package ist die VMax offen bis 305 km/h. Das ist zwar schon deutlich schneller, reicht aber auch nicht für den Challenger: Bis Tempo 320 km/h drückt der Kompressor Luft in die acht Zylinder. Der BMW könnte durchaus auch schneller, allerdings nicht ab Werk.

4. Rennstrecke: BMW M5 F90

Der BMW M5 ging 2018 in ordentlichen 7:38:92 Minuten über die Nordschleife des Nürburgrings, unser Standardwert für die Trackperformance eines Autos. Für den Dodge Challenger SRT Hellcat ist leider keine Rundenzeit bekannt. Sehr schade, hoffentlich legt Dodge in dieser Hinsicht noch nach. Die einzige Strecke, die für beide Fahrzeuge Rundenzeiten ausweist, ist der Grand East Course des Virginia International Raceway. Der Challenger konnte eine Rundenzeit von 2:59:80 Minuten hinlegen, der BMW M5 schaffte eine 2:55:20 Minuten. Punkt für den BMW.

Fotos vom Dodge Challenger SRT Hellcat:

5. Preis: Dodge Challenger SRT Hellcat

Den BMW M5 gibt es aktuell ab 119.900 Euro – deutsche Premiumhersteller gehören halt nicht unbedingt zu den günstigen Autobauern. Der Dodge Challenger SRT Hellcat dagegen geht in den USA für schlanke 72.590 Dollar über den Tresen – Mobilität mit jeder Menge Horsepower gehört eben zum American Way of Life, den sich möglichst jeder leisten können soll. Uns bringt das jedoch wenig – der Challenger wird nicht offiziell nach Deutschland importiert. Trotzdem ein weiterer Punkt für den deutlich günstigeren Challenger SRT Hellcat.

SIEGER: 3 : 2 Dodge Challenger SRT Hellcat

Trotz des starken Motors des Dodge Challenger SRT Hellcat war es ein ausgeglichenes Rennen. Der BMW M5 zeigte sich als würdiger Gegner. Bei der Leistung, dem Drehmoment und dem Preis macht dem Challenger so leicht keiner was vor. Den Beschleunigungstest entschied der BMW M5 genauso für sich wie die Rennstrecke-Kategorie, der Challenger konnte wiederum bei der Höchstgeschwindigkeit zurückschlagen. Allerdings mit dem bitteren Beigeschmack, dass der BMW M5 abgeregelt wird. Am Ende wird man davon aber wahrscheinlich nicht viel merken und bekommt von beiden Autos eine Performance, die man nur selten voll ausnutzen kann. Es bleibt eine Geschmacksfrage: Bollernder und pfeifender amerikanischer Kompressor oder hochgezüchteter deutscher Biturbo.

Fotos: BMW, Dodge

[Gesamt: 34   Durchschnitt:  4.6/5]

3 Gedanken zu „Dodge Challenger SRT Hellcat vs. BMW M5

  • 16/06/2020 um 16:27
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    Irgendwie ähnliche Autos, aber andererseits auch völlig verschieden. Ein Glück, Zahlen lügen nicht 🙂

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  • 20/06/2020 um 9:31
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    Der 5er ist bestimmt das ausgereiftere Auto, effizienter, blabla. Aber der Dodge kostet die Hälfte. Da ist also Benzingeld für ein Autoleben mit drin!

    Antwort
  • 29/06/2020 um 14:07
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    Unterschiedlicher könnten Autos kaum sein. Beide auf ihre Art Traumautos!

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