Honda Civic Type R vs. VW Golf 7 R

Den VW Golf kennt wohl jeder. Das meistgebaute deutsche Auto aller Zeiten rollte seit 1974 über 30 Millionen mal vom Band. Darunter auch diverse sportliche Versionen, angefangen beim legendären Golf GTI, dessen Stückzahlen mittlerweile auch in die Millionen gehen. Wer es noch schneller möchte, greift zum Topmodell VW Golf 7 R. Oder man schaut sich bei der Konkurrenz um, zum Beispiel der japanischen: Der Honda Civic Type R tritt gegen den Golf an.

Der Honda Civic kam 1972 auf den Markt und ist damit sogar noch zwei Jahre älter als der Golf. Dafür reichen die Produktionszahlen mit 18,5 Millionen nicht ganz an den deutschen Konkurrenten heran. Die aktuelle zehnte Generation wurde 2015 eingeführt, zwei Jahre später folgte der aktuelle Civic Type R. Wie beim Golf 7 R steckt ein 2,0 Liter großer, turboaufgeladener Reihenvierzylinder unter der Motorhaube. Der Golf 7 R hat exakt das gleiche Motorkonzept: Der Entwicklungsauftrag 888, wie der Motor konzernintern bei Volkswagen heißt, wird in verschiedensten Leistungsstüfen schon seit dem Golf 5 verbaut und geht mittlerweile in die dritte Generation. Beim Golf R muss er auch aufgrund des verbauten Allradantriebs 1.525 kg bewegen – im Vergleich zu den 1.380 kg des Civic Type R fast 150 kg mehr. Wie groß ist der Unterschied zwischen den beiden Kompaktsportlern?

1. Leistung und Drehmoment: Honda Civic Type R

Nicht nur der Abtrieb, sondern auch die Motorleistung des Civic Type R ist im Vergleich zum Vorgänger leicht angestiegen: 235 kW / 320 PS und 400 Nm Drehmoment entwickelt der turboaufgeladene Vierzylinder. Der Golf 7 R holt in der letzten Version, die bis Anfang 2020 gebaut wurde, 221 kW / 300 PS und ebenfalls 400 Nm Drehmoment aus ebenfalls vier Töpfen. Ein knapper Punkt für den Honda.

Fotos vom Honda Civic Type R:

2. Beschleunigung: VW Golf 7 R

Der Honda Civic Type R braucht 5,7 Sekunden auf 100 km/h und 20,5 Sekunden bis 200 km/h. Weder das geringere Gewicht noch das Rev-Match-System, welches beim Herunterschalten per Zwischengasstoß die passende Drehzahl trifft, hilft dem Civic hier weiter: Das manuell geschaltete Sechs-Gang-Getriebe muss trotzdem durchgeschaltet werden, ein DSG, beim Golf Serie, gibt es nicht mal als Option. Damit und mit dem Allrad-Antrieb rast der Golf 7 R los, wie von der Tarantel gestochen: Nach 4,7 Sekunden erreicht er Tempo 100 km/h, nach 19,1 Sekunden fällt die 200 km/h-Marke. Jenseits der 200-Marke kehrt sich die Situation langsam um. Da aber keines der Autos 300 km/h schafft, gibt es auch keine weitere Wertung. Der Golf schlägt zurück!

3. Höchstgeschwindigkeit: Honda Civic Type R

Und wird direkt wieder eingeholt: Auch beim Topspeed macht der Civic Type R das Rennen: 272 km/h rennt der Japaner bei freier Bahn. Der Golf 7 R wird von Haus aus bei 250 km/h eingebremst, konnte allerdings auch mit dem Performance-Paket bestellt werden, dann sind mit 263 noch ein paar km/h mehr drin. Trotzdem fährt der Golf wieder hinterher.

4. Nürburgring Nordschleife: Honda Civic Type R

Um das volle Potential eines Sportwagens beurteilen zu können, muss man auf die Rennstrecke. Am besten eine mit allen Schikanen, wie die Nordschleife vom Nürburgring. Der Golf 7 R legte hier 2013 mit 8:15:00 Minuten eine durchaus ordentliche Zeit hin, die allerdings nie an die große Glocke gehängt wurde, da sie halt einfach nicht überragend ausfiel. Ganz anders der Honda: Er ging 2017 in 7:43:80 Minuten um die Nordschleife und war damit zum damaligen Zeitpunkt der schnellste Fronttriebler auf dem Nürburgring. Ein eindeutiger Punkt für den Honda.

Fotos vom VW Golf 7 R:

5. Preis: Honda Civic Type R

Auch die Kostenwertung entscheidet der Civic für sich: Die Schlüssel gingen ab 2017 für 36.050 Euro über die Ladentheke. Für den Golf 7 R als Topmodell der Golf-Baureihe musste man etwas tiefer in die Tasche greifen: 38.325 Euro waren fällig. Noch ein Punkt für den Japaner, wenn auch knapp.

SIEGER: 4 : 1 Honda Civic Type R

Der Honda Civic Type R gewinnt eindeutig und ohne Probleme. Er kann fast alles besser als der VW Golf 7 R, egal ob Leistung, Höchstgeschwindigkeit oder Rundstrecke und kostet dazu noch 2.000 Euro weniger. Einzig bei der Beschleunigung fährt er knapp hinterher, da ihm das Doppelkupplungsgetriebe fehlt. Die Handschaltung unterstreicht aber nur noch mehr, dass der Civic gebaut wurde, um Spaß zu machen. Das merkt man dem Auto in jedem Moment an. Der Golf macht ebenfalls Laune, der Civic aber zugegebenermaßen ein bisschen mehr.

Fotos: Honda, VW

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Rainer
Rainer
2 Monate zuvor

Der Golf ist halt die sichere Wahl. Allrad, unauffälliges Design, funktioniert alles. Der Civic braucht ein bisschen Mut, zerklüftete Formen, Frontantrieb und ordentlich Bums. Aber zumindest fährt den nicht jeder, ich find ihn gut!

Klausi
Klausi
2 Monate zuvor

Der Honda sieht aus wie ein Transformer. Darf er aber auch, bringt ja auch die Leistung

Leon
Leon
2 Monate zuvor

Golf 7 R

Ludwig R
Ludwig R
2 Monate zuvor

Civic Type R wasn Raumschiff. Geile Karre!

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