Chevrolet Camaro ZL1 vs. Chevrolet Corvette ZR1

Chevrolet Camaro ZL1 gegen Chevrolet Corvette ZR1: Zwölf Liter Hubraum, 16 Zylinder und zwei Kompressoren versprechen jede Menge Fahrspaß, Leistung, Drehmoment und Krach. Die Corvette ist der klassische amerikanische Sportwagen. Der Camaro ist eins der typischen amerikanischen Musclecars und ist ebenfalls bereits seit Jahrzehnten auf den Highways unterwegs. Wie schlägt sich der Camaro ZL1 gegen das Corvette-Topmodell C7 ZR1?

Auf dem Papier sind sich die Autos natürlich sehr ähnlich. Beide werden von Kompressor-aufgeladenen V8-Motoren angetrieben, der bekannte, 6,2 Liter große LT4-Motorblock beziehungsweise in der Corvette ein von Hand zusammengebauter LT5-Block. Die hier verglichene Corvette-Modellreihe C7 stellt die letzte mit dem klassischen Transaxle-Konzept dar: Motor vorn, Getriebe hinten. Das sorgt für optimale Gewichtsverteilung. Bei der ZR1 gibt es 1.615 kg zu verteilen, der deutlich komfortablere, nicht nur für die Rennstrecke abgestimmte ZL1 bringt entsprechend mehr auf die Waage: 1.736 kg. Kann der Camaro mit der Corvette mithalten?

1. Leistung und Drehmoment: Chevrolet Corvette C7 ZR1

Der Chevrolet Camaro ZL1 schiebt 485 kW / 659 PS und, Kompressor sei Dank, 881 Nm Drehmoment Richtung Kurbelwelle. Damit gehört der ZL1 zu den drehmomentstärksten Autos, die man für Geld kaufen kann. Derselbe Motor ist auch in der Corvette C7 Z06 verbaut, dementsprechend wurde er für die stärkere Corvette-Version ZR1 nochmal kräftig nachgeschärft. 563 kW / 765 PS produziert der 6,2 Liter große V8. Beim Drehmoment wird es fast vierstellig: 969 Nm fallen unter dem Bollern der acht Zylinder und dem Pfeifen des Kompressors über die Räder her, wenn man alles aus der ZR1 rausholt.

Fotos vom Chevrolet Camaro ZL1:

2. Beschleunigung: Chevrolet Corvette C7 ZR1

Das selbe Bild zeigt sich daher bei der Beschleunigung. Der Camaro ZL1 rast in gerade mal 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Die 200 km/h-Marke fällt nach 10,3 Sekunden. Danach muss der Camaro sich kräftig anstrengen – 38,5 Sekunden vergehen, bis der ZL1 über die 300 km/h-Marke geht. Und das trotz optional verfügbarer 10-Gang-Automatik. Die C7 ZR1 liegt mit 2,9 Sekunden schon am Start deutlich vor dem ZL1. Bis 200km/h vergehen nur 8,7 Sekunden, bis 300 km/h 24,4 Sekunden – bei der Beschleunigung liegen Welten zwischen den beiden Autos. Auch auf der Viertel-Meile zeigt sich ein ähnliches Bild: Die ZL1 brennt eine Zeit von 11,7 Sekunden in den Asphalt. Die ZR1 ist mit 10,6 Sekunden über eine Sekunde schneller, und das auch noch handgerissen.

3. Höchstgeschwindigkeit: Chevrolet Corvette C7 ZR1

Auch beim Topspeed hat der ZL1 mit dem hohen Fahrzeuggewicht zu kämpfen: Bei 318 km/h ist Schluss. Da atmet die C7 ZR1 nochmal durch: Erst bei 341 km/h geht der Corvette die Puste aus. Bei diesen Geschwindigkeiten macht sich der Powerdome auf der Motorhaube der ZR1 bezahlt, über den der gegenüber der C7 Z06 optimierte, in das Ansaugsystem integrierte Ladeluftkühler mit Frischluft versorgt wird.

4. Nürburgring Nordschleife: Chevrolet Corvette C7 ZR1

Für uns in Europa ist die Nordschleife des Nürburgrings eine feste Größe in der Sportwagenentwicklung. Kaum ein neuer Bolide aus deutscher Produktion, der nicht umgehend mit seiner Nordschleifen-Performance hausieren geht. Umso erfreulicher, wenn sich auch andere Hersteller in die grüne Hölle wagen. Der Camaro ZL1 ist 2017 in 7:16:04 Min um die Nordschleife gedonnert. Die ZR1 war 2019 mit 7:04:00 Min schneller, allerdings nicht so schnell, wie man sich bei Chevrolet erhofft hatte. Daher wurde diese Zeit auch nie an die große Glocke gehängt. Dennoch – ein weiterer Punkt für die ZR1.

Fotos von der Chevrolet Corvette C7 ZR1:

5. Preis: Chevrolet Camaro ZL1

Der Camaro ZL1 wird offiziell in Europa angeboten und für schlanke 56.000 Euro wechseln 659 PS den Besitzer – mehr Leistung fürs Geld gibt es wohl in keinem anderen Auto. Für ein Fahrzeug mit dieser Performance ein echtes Schnäppchen und angenehm typisch für amerikanische Autos. Die C7 ZR1 wird leider bis heute nicht offiziell importiert, und da die Baureihe gerade ausgelaufen ist und von der Corvette C8 abgelöst wurde, wird es dazu leider auch nicht mehr kommen. In Amerika liegt der Einstiegspreis bei 119.995 Dollar, umgerechnet 110.875 Euro. Für ein Auto mit serienmäßig 765 PS wirkt das wie ein Sonderangebot. Gerade, wenn man sich ansieht, was deutsche Premiumhersteller für ihre Topmodelle und Sondereditionen verlangen. Dennoch, der Camaro ist in Sachen Preis/Leistung das Maß der Dinge.

SIEGER: 4 : 1 Chevrolet Corvette C7 ZR1

Das war deutlich: Die Chevrolet Corvette C7 ZR1 ist der klare Sieger im hausinternen Musclecar-Duell. In Sachen Performance ist sie das Maß aller Dinge bei Chevi. Der Camaro ZL1 ist mit über 100 PS weniger Leistung deutlich unterlegen, auch das höhere Gewicht macht ihm zu schaffen. Dem Fahrspaß tut das natürlich keinen Abbruch. Auch im ZL1 wird man mit 881 Nm immer auf seine Kosten kommen. Und das zum Preis eines gut ausgestatteten deutschen Mittelklasse-Autos.

Fotos: Chevrolet

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Pusche
Pusche
3 Monate zuvor

Unfassbar, was man da für 56k bekommt. Dafür gibt’s bei Lamborghini zwei Außenspiegel 😂

Larsi
Larsi
3 Monate zuvor

Camaro hat den böseren Blick. Aber Performance ist die ZR1 ganz vorn mit dabei

Karl Kungler
Karl Kungler
3 Monate zuvor

Camaro kann man jeden Tag fahren. Fahrt mal mit der Corvette über Kopfsteinpflaster, da fallen einem die dritten Zähne raus!

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