Lamborghini Aventador SV vs. McLaren 650S

Der Lamborghini Aventador SV ist ein Auto der Extreme. Stärkster Straßen-Lamborghini aller Zeiten zum Zeitpunkt des Erscheinens, damals schnellster Lambo der je gebaut wurde, und noch 2015 schnellster Stier auf der Nürburgring Nordschleife. Das will was heißen, vor allem seit Audi den Laden 1998 übernommen hat. Daher muss man sich schon ein bisschen umschauen, bis ein würdiger Gegner gefunden ist. Der kommt dieser Tage immer öfter aus England, und zwar aus Woking: Der McLaren 650S aus McLarens Super Series.

Wer den 650S mal gefahren ist, kam mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem breiten Grinsen aus dem Auto. Satte Motorleistung aus dem V8-Biturbo, Heckantrieb, dazu ein für diese Klasse recht niedriges Gewicht von nur 1.428 kg machen den 650S zu einem mehr als würdigen Gegner. Der Lamborghini Aventador SV bringt mit 1.525 kg fast 100 kg mehr auf die Waage – sein mächtiger 6,5 Liter 12-Zylinder-Saugmotor und der Allradantrieb bringen einiges an Gewicht auf die Waage. Wer macht das Rennen?

1. Leistung und Drehmoment: Lamborghini Aventador SV

Der Lamborghini produziert 552 kW / 750 PS und 720 Nm Drehmoment in seinen zwölf Brennräumen. Der turbo-aufgeladene McLaren bringt es auf 478 kW / 650 PS und 678 Nm Drehmoment. Die erste Runde geht klar an den Aventador.

Fotos vom McLaren 650S:

2. Beschleunigung: Unentschieden

Der Aventador SV gewinnt dank seines Allradantriebs den Start. Mit 2,8 Sekunden bis 100 km/h lässt er den McLaren 650S mit 3,0 Sekunden nur minimal hinter sich, dennoch geht der Start an den SV. Bis 200 km/h fängt der 650S jedoch an, aufzuholen: Beide Sportwagen brauchen 8,4 Sekunden. Bis 300 km/h übernimmt der McLaren mit 23,5 Sekunden dann die Führung, der italienische Stier galoppiert mit 24,0 Sekunden knapp hinterher. Ein klares Unentschieden. Interessanterweise braucht der SV bis 200 km/h 0,2 Sekunden weniger als sein auf dem Papier stärkerer Bruder, der SVJ. Dieser dürfte zugunsten höherer Kurvengeschwindigkeiten und damit besserer Rundenzeiten ab Werk auf noch mehr Abtrieb eingestellt sein. Gut für die Rennstrecke, schlecht für Beschleunigungsrennen.

3. Höchstgeschwindigkeit: Lamborghini Aventador SV

Höchstgeschwindigkeit, das ist klassischerweise das Territorium von Lamborghini. Da macht auch der SV keine Ausnahme. 350 km/h stehen auf dem Tacho, wenn der Lamborghini in den Begrenzer geht. Dem McLaren fehlen hier dann doch ein paar Pferdchen: Bei 333 km/h ist Ende.

4. Nürburgring Nordschleife: Lamborghini Aventador SV

Die Nordschleife des Nürburgrings eignet sich als 20,6 km langer Kurs, der alle Fahrsituationen bietet, perfekt als Teststrecke für Hochleistungssportwagen. Dementsprechend oft sieht man gerade die deutschen Hersteller hier ihre Runden drehen. Entwickelt und testet man doch sowieso quasi um die Ecke der berühmten grünen Hölle. Der McLaren 650S braucht für die Nordschleife 7:35:00 Min, allerdings in der offenen Spider-Version. Für den geschlossenen 650S ist leider keine Zeit bekannt. Der Aventador SV war 2015 über 35 Sekunden schneller und schaffte mit 6:59:73 Min als einer der ersten Serien-Sportwagen eine Zeit von unter sieben Minuten. Das wäre auch für das 650S Coupe nicht in Reichweite gewesen. Ein deutlicher Sieg für den SV.

Fotos vom Lamborghini Aventador SV:

5. Preis: McLaren 650S

Soviel Performance hat seinen Preis: Der Lamborghini Aventador SV war damals nicht nur der stärkste, sondern auch der teuerste Stier aus Sant’Agata Bolognese: 389.356 Euro waren für den SV fällig. Der McLaren 650S ist auch kein günstiges Auto, mit einem Basispreis von 231.500 Euro aber schon in einer anderen Liga unterwegs.

SIEGER: 3,5 : 1,5 Lamborghini Aventador SV

Trotz der eindeutigen Verhältnisse beim Thema Leistung und Drehmoment zeichnete sich bei den Beschleunigungswerten kurz ein ausgeglichenes Duell ab. Dieser Eindruck ließ´sich allerdings nicht halten – der Lamborghini Aventador SV ist der eindeutige Punktsieger. Am deutlichsten zeigt sich das einmal mehr auf der Rennstrecke, wo die beiden Sportwagen mit über 35 Sekunden Unterschied schlichtweg nicht in einer Liga fahren. Dennoch geht der McLaren 650S schneller auf 300 km/h und kostet deutlich weniger. Die absolute, brachiale Performance findet man aber, zumindest in diesem Vergleich, nur beim Aventador SV.

Fotos: Lamborghini, McLaren

[Gesamt: 11   Durchschnitt:  4.8/5]

5 Gedanken zu „Lamborghini Aventador SV vs. McLaren 650S

  • 28/04/2020 um 11:40
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    Wenn man da einen etwas aktuelleren McLaren nehmen würde, wird ziemlich düster aussehen in Italien!

    Antwort
  • 29/04/2020 um 9:30
    Permalink

    Unfairer Vergleich, der 650S ist Jahre älter

    Antwort
  • 30/04/2020 um 11:16
    Permalink

    Traumautos, alle beide. Der McLaren aber vielleicht noch ein bisschen mehr 😀

    Antwort

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