Toyota Land Cruiser mit 2.000 PS

Der Toyota Land Cruiser ist ein fahrender Rekord. Seit 1951 wurden mehr als 10 Millionen Fahrzeuge gebaut, Geländegängigkeit und Zuverlässigkeit sind legendär. Weniger bekannt war der Land Cruiser für Vmax-Rekordfahrten. Das änderte sich 2016 mit dem Toyota Land Speed Cruiser.

Ausgerechnet mit dem Offroader begann man bei Toyota 2016, ein extrem schnelles Fahrzeug zu entwickeln. Der Land Cruiser ging zum Toyota Motorsports Technical Center (MTC) in Los Angeles, normalerweise zuständig für die Entwicklung von Toyota Rennwagen der NASCAR-Serie. In erster Ausbaustufe wurde er im November 2016 auf der SEMA-Show in Las Vegas präsentiert. Tiefer gelegt, mit Schmiedefelgen und 315/35 ZR20-Reifen, aerodynamisch vorteilhaften Kameras statt normalen Außenspiegeln und in tiefschwarz lackiert mit großzügiger Lufthutze auf der Motorhaube: Der nun Land Speed Cruiser genannte Toyota zeigte nun auch von außen, dass hier kein normaler V8 drinsteckt.

Fotos vom Toyota Land Cruiser:

Als Ziel stand schon damals der Geschwindigkeitsweltrekord für Geländewagen fest. Unter der äußeren Hülle wurde dafür fast jedes Bauteil des Land Speed Cruiser modifiziert und für die Rekordjagd angepasst. Die große, sonst siebensitzige Kabine des Station Wagons wurde bis auf das um Zusatzmonitore ergänzte Cockpit leergeräumt, stattdessen ein leichter Rennsitz, Sicherheitsgurte nach FIA-Vorgaben sowie ein massiver Überrollkäfig eingebaut. Unter der Haube steckt der auf dem US-Markt serienmäßige 5,7 Liter große V8-Benziner mit ursprünglich 280 kW / 381 PS. Für die Beschleunigung in Geschwindigkeitsbereiche, die 2016 nur eine Handvoll Seriensportwagen erreichten, benötigte der konzeptbedingt immer noch schwere und alles andere als windschnittige Land Cruiser allerdings einen Haufen Mehrleistung. 1.471 kW / 2.000 PS produzierte der V8, als die Ingenieure mit ihm fertig waren.

Der bis dahin bestehende Rekord für SUVs lag bei 339 km/h / 211 mph. Um das zu knacken blieb kaum ein Teil des Serien-V8 im Toyota unberührt. Dazu setzten Ingenieure von MTC zunächst zwei Garrett-Turbolader vom Typ GTX4718R ein, so ziemlich die größten, die man bei Garrett kaufen kann. Dazu kamen 3,8 bar Ladedruck mit speziellen Wastegates, Blow-Off-Ventilen und ein eigens angefertigter Ladeluftkühler. Drei Benzinpumpen sind für die Kraftstoffversorgung nötig. Die Abgasanlage in zwei Sidepipes ist ebenfalls eine Eigenentwicklung. Der V8 erhielt stabilere Kolben und verstärkte Pleuel. Die neue 8-Gang-Automatik kam vom Zulieferer Weismann.

Den angepeilten Titel „Schnellstes SUV der Welt“ sollte der Toyota Land Speed Cruiser allerdings nicht auf einem der großen amerikanischen Salzseen, sondern auf speziellem Gelände erzielen: Einer nur vier Kilometer langen Start- und Landebahn des „Mojave Air and Space Port“ in Kalifornien. Im ersten Anlauf erreichte er 339 km/h / 211 mph und stellte damit den bestehenden Rekord ein – dann drohte ihm der Bremsweg auszugehen. Mehr Boost war nötig. Beim nächsten Versuch mit 3,8 Bar raste der Land Cruiser mit 370,18 km/h / 230,02 mph durch die Lichtschranke – damals neuer Geschwindigkeitsweltrekord für klassische Geländewagen und SUV.

Fotos: Toyota

[Gesamt: 8   Durchschnitt:  5/5]

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