McLaren P1 vs. McLaren F1

Es gibt Sportwagen, Supersportwagen. Hypercars und mittlerweile sogar Megacars. Um letztere soll es heute nicht gehen. Sondern zum Einen um den ersten Supersportwagen, den McLaren F1. Und zum Anderen um den McLaren P1, der mit dazu beigetragen hat, dass die Klasse der Hypercars begründet wurde. 20 Jahre liegen zwischen den beiden Autos. Wie schlägt sich der F1 gegen den P1?

Der McLaren F1 schlug 1993 wie eine Bombe in den Fahrzeugmarkt ein. Viele Jahre trug er den Titel des leistungsstärksten Autos der Welt und ist bis heute das schnellste Kraftfahrzeug, das von einem Saugmotor angetrieben wird. Die Kraft kommt aus einem 6,1 Liter großen V12, den die Rennsportabteilung von BMW unter Paul Rosche entwickelt und zugeliefert hatte. Als der McLaren P1 2013 das Licht der Welt erblickte, kam die Elektrifizierung gerade in Gang und die Konzerne brauchten Technologieträger. Im P1 wurde alles verbaut, was technisch möglich war: Ein modifizierter 3,8 Liter V8-Biturbo an der Hinterachse, ein Elektromotor an der Vorderachse und diverse Systeme direkt aus der Formel 1, wie ein sechsstufiges ESP. Was natürlich auch das Gewicht hochtreibt. Kann der 20 Jahre ältere F1 dem P1 Paroli bieten?

1. Leistung und Drehmoment: McLaren P1

Der P1 würde hier selbst ohne Elektromotor das Rennen machen. 542 kW / 737 PS und 720 Nm mobilisiert der aufgeladene V8, dazu kommen 132 kW / 179 PS und 260 Nm aus dem Elektromotor. Der Rennsport-V12 im F1 gilt zwar bis heute für viele als das am besten klingende Aggregat aller Zeiten. Zum Sieg reicht das aber nicht: 461 kW / 627 PS und 651 Nm kommen nicht gegen den P1 an.

Fotos vom McLaren F1:

2. Beschleunigung: McLaren P1

Der McLaren F1 war das erste Fahrzeug mit einem Monocoque aus Carbon und kam so auf ein Fahrzeuggewicht von nur 1.138 kg. Damit hat der V12 leichtes Spiel: In 3,4 Sekunden erreicht er 100 km/h, sechs Sekunden später passiert er die 200 km/h-Marke, nach 23 Sekunden stehen 300 km/h auf dem Tacho. Der McLaren P1 mit der Kraft der zwei Motoren fährt dem F1 locker davon, allein das Doppelkupplungsgetriebe und der Allradantrieb geben ihm enorme Vorteile. 2,8 Sekunden vergehen bis Tempo 100, 6,8 Sekunden bis 200 und 16,5 Sekunden bis 300 km/h – zwei Zehntel schneller als ein Bugatti Veyron. Keine Chance für den McLaren F1.

3. Höchstgeschwindigkeit: McLaren F1

Und der F1 schlägt zurück: 370 km/h stehen auf der Uhr, wenn der Begrenzer reingrätscht – unglaublich für ein 27 Jahre altes Auto. Bei Höchstgeschwindigkeitstest auf dem VAG-Testgelände in Ehra-Lessien stellte der F1 mit 393 km/h sogar einen Rekord auf, der über 20 Jahre Bestand hatte. Der P1 wird bereits bei 350 km/h abgeregelt.

4. Nürburgring Nordschleife: McLaren P1

Die Nordschleife des Nürburgrings – jeder Hersteller, der was auf sich hält und von seinem Produkt überzeugt ist, geht hier an den Start. Umso merkwürdiger, dass es ziemlich schwierig ist, für diese beiden Autos Zeiten zu finden. Für den McLaren F1 gibt es keine offiziellen Zeiten, inoffizielle Stimmen sprechen jedoch von 7:11:11 Min, gefahren mit einem zur Serie baugleichen Prototypen. Für den P1 hört man von McLaren nur, dass die Zeit unter sieben Minuten lag – demensprechend gehen wir von 6:59:99 Min aus. Langsamer als der direkte Konkurrent Porsche 918 Spyder, vielleicht hielt man sich deswegen bedeckt.

Fotos vom McLaren P1:

5. Preis: McLaren F1

Der McLaren F1 kostete 1993 1,5 Millionen Mark oder 770.000 Euro – mehr Geld konnte man für ein Auto damals nicht ausgeben. Für einen P1 musste man ab 2013 mindestens 1,1 Millionen Euro auf den Tisch legen. Inflationsbereinigt wäre der F1 damit vermutlich sogar das teurere Kfz, so geht der Punkt aber an den Sauger. Heutzutage würde der P1 auch das Rennen machen: Der letzte versteigerte F1 fand 2019 für nicht weniger als 17,85 Millionen Euro einen neuen Besitzer.

SIEGER: 3 : 2 McLaren P1

Gar nicht mal so eindeutig: Der McLaren P1 gewinnt mit drei zu zwei Punkten. Leistung und Drehmoment, Beschleunigung und Rennstreckeneinsätze, da fühlt sich der P1 wie zuhause und fährt den F1 in Grund und Boden. Doch ist die Straße frei, gerade und ausreichend lang, zeigt der Oldtimer dem Youngster immernoch die Grenzen auf. Beim Preis gewinnt er mit einem zugedrückten Auge.

Fotos: McLaren

[Gesamt: 13   Durchschnitt:  5/5]

4 Gedanken zu „McLaren P1 vs. McLaren F1

  • 20/04/2020 um 12:48
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    Mich würde mal interessieren, wie das Duell verlaufen würde, wenn der F1 auch ein DKG verbaut hätte. Ich glaube dann würde es sehr eng.

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  • 23/04/2020 um 10:14
    Permalink

    Kaum Regelsysteme, extrem laut, dazu Sitz in der Mitte, für mich wäre das nichts. Dagegen fühlt man sich im P1 wie in einem Raumschiff. Und man kann auch weite Strecken ohne Probleme und entspannt zurücklegen.

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  • 25/04/2020 um 12:39
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    Was würde ich für nen P1 geben ;-(

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