Porsche Carrera GT vs. Porsche 918 Spyder

Der Vergleich des Porsche Carrera GT gegen den Porsche 918 Spyder ist auch der Vergleich zweier Generationen. Der Carrera GT als letzter der alten, analogen Supersportwagen gegen den 918 Spyder als ersten Vertreter der Hypercars, vollgestopft mit neuester Technik, um den Weg in die Großserienfahrzeuge vorzubereiten. Gemeinsam haben sie das Mittelmotorkonzept mit einem Rennmotor, beim 918 Spyder kommen noch zwei Elektromotoren hinzu.

Diese sind auf beide Achsen verteilt, ein Elektromotor mit 129 PS an der Vorderachse und einer mit 156 PS an der Hinterachse. Dazu kommt ein 4,6 Liter-V8-Saugmotor, der auf dem 3,4 Liter-Motor des Porsche RS Spyder-Rennwagens basiert. Der V8 treibt dabei nur die Hinterachse an, mit dem Einsatz der vorderen E-Maschine hat der 918 Spyder jedoch de facto Allradantrieb. Davon hat der Carrera GT noch nie gehört. Auch er hat einen Rennmotor, und dazu einen der am besten klingenden aller Zeiten. Der 5,7 Liter-V10 wird wie beim 918 nicht künstlich beatmet, ist ein reiner Sauger. Bringen die zusätzlichen Elektromotoren dem 918 den Sieg oder hat der deutlich leichtere, puristische Carrera GT die Nase vorn?

1. Leistung und Drehmoment: Porsche 918 Spyder

Der Porsche 918 Spyder holt 447 kW / 608 PS aus seinem hochdrehenden V8. Dazu kommen die Elektromotoren, sodass in Summe 652 kW / 887 PS an allen vier Rädern zerren. Der Carrera GT ist dagegen alte Schule: 450 kW / 612 PS und 590 Nm Drehmoment kommen aus der Mitte und gehen komplett auf die Hinterachse. Dass es sich um echte Rennmotoren handelt, sieht man an der Drehzahl: Die maximale Leistung entwickelt der Carrera GT erst bei 8.000 U/min, wenn der Motor einen infernalisch anschreit. Der 918 Spyder liegt mit 8.500 U/min sogar noch leicht darüber. Er gewinnt die Leistungsmessung natürlich auch, dank der E-Motoren fährt er hier in einer anderen Liga.

Fotos vom 918 Spyder:

2. Beschleunigung: Porsche 918 Spyder

Der Carrera GT beschleunigt dank seines niedrigen Gewichts von 1.380 kg in gerade mal 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Die 200 km/h-Marke passiert er in 9,9 Sekunden und bleibt damit unter der magischen 10 Sekunden-Grenze – ein unglaublicher Wert zum damaligen Zeitpunkt. Bis 300 km/h beschleunigt der Carrera GT mit 34,2 Sekunden nicht mehr ganz so brachial. Der 918 Spyder kann da nur müde lächeln – 10 jahre Entwicklungszeit haben sich schlicht und ergreifend die Spielregeln geändert. Doppelkupplungsgetriebe, Elektromotoren und Allrad lassen den 918 in einer anderen Liga fahren: 2,6 Sekunden vergehen bis 100 km/h, 7,3 Sekunden bis 200 km/h und 20,9 Sekunden bis 300 km/h – auch heute noch Werte, die es mit so ziemlich allem auf vier Rädern aufnehmen.

3. Höchstgeschwindigkeit: Porsche 918 Spyder

Auch beim Topspeed bleibt es ein einseitiges Duell: 345 km/h für den 918 Spyder, 334 km/h für den Carrera GT. Wiederum ist die Leistung des Carrera GT eigentlich die beeindruckendere in Anbetracht des Fahrzeugalters. Zudem ist der Sieg hier im Vergleich zu den anderen Disziplinen mit 11 km/h eher knapp.

4. Nürburgring Nordschleife: Porsche 918 Spyder

Und weiter geht der ungleiche Vergleich: Auch auf der Nordschleife des Nürburgrings, dem Benchmark für Sportwagen, sieht der Carrera GT kein Land. Walter Röhrl höchstpersönlich holte am 2. Juni 2004 alles aus dem brüllenden V10, was ging, und umrundete die Nordschleife in 7:28:00 Min. Marc Lieb zeigte dagegen 2013 im 918 Spyder, was drei Motoren und 1.280 Nm auf dem Ring anrichten können: Bei 6:57:00 Min blieb die Stoppuhr am Ende stehen, eine der wenigen Zeiten eines straßenzugelassenen Autos unter sieben Minuten.

Fotos vom Carrera GT:

5. Preis: Porsche Carrera GT

Da ist er, der Ehrenpunkt, allerdings nicht inflationsbereinigt: Günstige 452.690 Euro musste man 2003 für den Porsche Carrera GT hinlegen. Dafür gehörte die Keramikbremse und ein fünfteiliges, exakt passendes Kofferset zur Serienausstattung und das Becker Online Pro-Navigationssystem sowie Klimaanlage gab es ohne Aufpreis. Der 918 Spyder langte ab 2013 mit 768.026 Euro auf Hypercar-Niveau hin. Was selbstverständlich keinesfalls dazu führte, dass Porsche nicht alle 918 produzierten Fahrzeuge losgeworden wäre.

SIEGER: 4 : 1 Porsche 918 Spyder

Eindeutiger geht es fast nicht: Der Porsche 918 Spyder fährt einen ungefährdeten Sieg nach Hause. Zehn Jahre Entwicklungszeit und ein völlig neues Konzept lassen den 918 Spyder so ziemlich alles besser machen als den Porsche Carrera GT. Leistung, Drehmoment und Beschleunigungszeiten sind zudem Welten voneinander entfernt, das muss man leider so sagen. Nur beim Topspeed kommt der Carrera GT noch in die Nähe des 918, beim Klang gibt es sogar einen Sonderpunkt für einen der besten Motorsounds aller Zeiten. Wobei ein rein elektrischer Start im 918 Spyder genauso faszinieren kann.

Fotos: Porsche

[Gesamt: 15   Durchschnitt:  4.9/5]

7 Gedanken zu „Porsche Carrera GT vs. Porsche 918 Spyder

  • 16/04/2020 um 15:31
    Permalink

    Beides absolute Traumautos! Leider nicht mal für ne Mitfahrt erreichbar 😭

    Antwort
  • 16/04/2020 um 16:24
    Permalink

    Ein Auto von 2013, was immer noch 99% aller anderen Kfzs in Grund und Boden fährt. Das muss dem 918 erstmal einer nachmachen!

    Antwort
  • 18/04/2020 um 20:04
    Permalink

    Kopf sagt 918 Spyder, Herz sagt Carrera GT

    Antwort
    • 20/04/2020 um 12:51
      Permalink

      Sound hin oder her, der 918 Spyder ist das 1000x bessere Auto. Dazu kommt, dass man wirklich fahren können muss, um den Carrera GT wirklich sportlich zu bewegen. Was ich nicht kann 😂

      Antwort
  • 23/04/2020 um 10:21
    Permalink

    Die Endrohre vom 918…❤️❤️❤️

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.