BMW i Hydrogen NEXT: BMWs Wasserstoff-Brennstoffzellen-Auto

Die Entwicklung alternativer Antriebsformen macht auch vor bayerischen Traditionsherstellern nicht Halt. Jetzt gab man erste Einblicke in den Antriebsstrang des BMW i Hydrogen NEXT. Klaus Fröhlich, Entwicklungsvorstand bei BMW: „Wir sind überzeugt, dass künftig verschiedene alternative Antriebsformen nebeneinander existieren werden, da es keine alleinige Lösung gibt, die sämtliche Mobilitätsanforderungen der Kunden weltweit abdeckt. Der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb kann langfristig eine vierte Säule in unserem Antriebsportfolio werden. Hier bietet sich insbesondere das obere Ende unserer X-Familie an, die sich großer Beliebtheit bei unseren Kunden erfreut.“. Bereits seit 2013 arbeitet man mit Toyota zusammen an der Brennstoffzellen-Technologie.

Während das langfristige Potenzial des Brennstoffzellen-Antriebs außer Frage steht, wird es zumindest kurzfristig erstmal nichts festes im BMW-Programm geben. Klaus Fröhlich: „Aus unserer Sicht muss Wasserstoff als Energieträger zunächst in hinreichenden Mengen, mit grünem Strom und zu wettbewerbsfähigen Preisen produziert werden. Wasserstoff wird dann vor allem in Anwendungen eingesetzt werden, die nicht direkt elektrifizierbar sind, also etwa im Schwerlastverkehr auf der Langstrecke.“. Vorraussetzung sei auch ein Europa-weites Netz an Wasserstofftankstellen. Man entwickle jedoch mit Hochdruck weiter und nutze die Zeit, um die Produktionskosten zu senken. Aktuell verweist man daher noch gern auf die bescheidenen Erfolge, was vollelektrische Fahrzeuge angeht. Bis 2023 seien immerhin insgesamt 25 Modelle geplant, davon mindestens zwölf mit vollelektrischem Antriebskonzept.

Erste technische Details des Antriebs im BMW i Hydrogen NEXT.

„Beim Antriebsystem des BMW i Hydrogen NEXT erzeugt das Brennstoffzellensystem bis zu 125 kW / 170 PS elektrische Energie, die aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft gewonnen wird“, so Jürgen Guldner, Leiter Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie und –Fahrzeugprojekte. Hinten kommt als “Abgas” nur Wasserdampf raus. Der elektrische Wandler, der sich unterhalb der Brennstoffzelle befindet, passt deren Spannungsniveau an die des elektrischen Antriebs sowie der Leistungspuffer-Batterie an. Diese wird von der Bremsenergie sowie der Energie der Brennstoffzelle gespeist. Im Fahrzeug selbst sind zwei 700-bar-Tanks untergebracht, die zusammen sechs Kilogramm Wasserstoff fassen. Guldner: „Dies garantiert große Reichweiten bei allen Wetterbedingungen. Der Tankvorgang nimmt nur drei bis vier Minuten in Anspruch“. Der E-Antrieb der fünften Generation wird auch im BMW iX3 zum Einsatz kommen. Die Leistungspuffer-Batterie, die oberhalb der E-Maschine positioniert ist, kann beispielsweise beim Überholen oder Beschleunigen für zusätzliche Dynamik sorgen. Die Systemleistung beträgt insgesamt 275 kW / 374 PS und sollen den Hydrogen NEXT passabel beschleunigen können. Bislang plant BMW allerdings lediglich eine Kleinserie für 2022, die auf dem aktuellen BMW X5 basiert. Je nachdem, wie der X5 bei den BMW-Fahrern ankommt, wird spätestens 2025 über die Zukunft des Projekts entschieden.

Zusammenarbeit mit Toyota

Um optimal auf die technologischen Herausforderungen eines Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugs vorbereitet zu sein, kooperiert BMW bereits seit 2013 mit der Toyota. Basierend auf einem Produkt-Entwicklungs-Kooperations-Vertrag arbeiten beide Hersteller gemeinsam an Brennstoffzellen-Antriebssystemen sowie an skalierbaren, modularen Komponenten für Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Beim BMW i Hydrogen NEXT kommen bereits Brennstoffzellen aus der Kooperation mit Toyota zum Einsatz. Der sogenannte Brennstoffzellen-Stack sowie das Gesamtsystem sind allerdings Eigenentwicklungen von BMW. Zusätzlich zur Zusammenarbeit mit Toyota, die auf die Entwicklung und Industrialisierung der Brennstoffzellen-Technologie für deren Massenmarkttauglichkeit ausgerichtet ist, sind beide Unternehmen Gründungsmitglieder des Hydrogen Council. Seit 2017 sind viele weitere führende Unternehmen der Energiebranche, Wirtschaft und Industrie beigetreten. Inzwischen umfasst der Hydrogen Council mehr als 80 Mitglieder.

Foto: BMW

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Helmut Deslau
Helmut Deslau
5 Monate zuvor

Endlich BMW, das wurde mal langsam Zeit. Nutzt endlich eure Ressourcen um H2-Mobilität ansprechend zu machen. Und nicht hier mit “erstmal Kleinserie und dann mal gucken” rumhühnern!

RR
RR
4 Monate zuvor
Reply to  Helmut Deslau

Hahahaha

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