Koenigsegg Jesko versus Jesko Absolut

Koenigsegg hat es wieder getan. Der Koenigsegg Jesko Absolut wird eines der schnellsten, wenn nicht das schnellste Serienauto aller Zeiten werden. Im Jesko Absolut kommen einmal mehr enorme Motorleistung, modernste Getriebetechnologie und extreme Aerodynamik zusammen. Ob man in den normalen Jesko oder in die Hochgeschwindigkeitsversion Jesko Absolut steigt – nichts ist mit den Hypercars aus Schweden vergleichbar.

„Beide Jesko Versionen sind wirklich Meister ihres Fachs“, sagt Geschäftsführer und Gründer Christian von Koenigsegg. „Der Jesko Absolut mit seinem erschreckend niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,278 Cd, kombiniert mit seiner auf Stabilität bei hohe Geschwindigkeiten optimierten Aerodynamik, seiner Alltagstauglichkeit und seinem Kofferraumvolumen, machen den Jesko Absolut zu einer straßenbasierten Rakete, die unerreichte Geschwindigkeiten in Rekordzeit erreicht. Die Rennstrecken-optimierte Version des Jesko verfügt dagegen über extrem hohen Abtrieb kombiniert mit einem aktiven Fahrwerk, einem Rennmotor und einem extrem schnellen Getriebe. Eine sehr leichte Kurbelwelle von nur 12,5 kg überträgt die 1.280 PS (1.600 PS mit E85-Biokraftstoff) des doppelt aufgeladenen V8-Motors. Diese ist als Flat-Plane-180-Grad Kurbelwelle in der Lage, gleichzeitig mehr Leistung bei höherer Effizienz zu produzieren. Der Drehzahlbegrenzer macht dem Vortrieb dabei erst bei 8.500 U/min ein Ende. Das Flat-Plane-Design ermöglicht eine Zündung über die beiden Zylinderbänke hinweg und erzeugt so einen ganz besonderen Motorsound. Zusätzlich wurden superleichte Pleuel und Kolben entwickelt, um die für Flat-Plane-Motoren typischen Vibrationen in Grenzen zu halten.

Aerodynamik

Kaum zu übersehen am Jesko ist der enorme Heckflügel, genau wie die längsten jemals verbauten Frontsplitter. Diese tragen zu einer aktiven Aerodynamik bei, die den Abtrieb maximiert und gleichzeitig den Luftwiderstand minimiert. Im Summe kommen 800 kg bei 250 km/h in der aggresivsten Einstellung zusammen. Beschleunigt man weiter bis 275 km/h, drücken bereits 1.000 kg das Auto auf die Straße. Bei Höchstgeschwindigkeit liegen 1.400 kg an.

Fotos vom Koenigsegg Jesko:

Gleichzeitig wurde jede noch so kleine Fläche am Auto penibel auf Luftwiderstände untersucht, um den Luftstrom zu optimieren. Über 3.000 Stunden wurden in Fluiddynamik (CFD) und Aerodynamik-Analyse investiert. Dazu kamen weitere 5.000 Stunden Design und Engineering, die nochmal in den Jesko Absolut gesteckt werden mussten. Eigentlich war das Ziel des CFD Team ein Luftwiderstandsbeiwert von 0.28Cd, am Ende kamen 0.278Cd heraus. Der fehlende Heckflügel ist sicherlich der größte Unterschied zwischen den beiden Autos. Der Abtrieb im Jesko Absolut sank dadurch von 1.400 kg auf 150 kg. Anstelle des Flügels blieben zwei kleine Finnen am Heck, die die Stabilität bei sehr hohen Geschwindigkeiten erhöhen sollen. Der Frontslitter und die Winglets an den Seiten flogen ebenfalls raus. Gleichzeitig wurde der Jesko Absolut um 85 mm länger.

Neue Einspritzanlage

Ein neugestaltete Einspritzanlage bekam eine bessere Belüftung und damit mehr Kühlung. Die Zylinder des Doppel-Turbo-V8-Motors erhielten das weltweit erste In-Zylinder-Drucksensorsystem für Serienfahrzeuge. Dies ermöglicht dem von Koenigsegg entwickelten Motor-Management-System, jeden Zylinder permanent mit maximaler Effizienz arbeiten zu lassen. Heraus kam eine Maximaldrehzahl von 8.500 Umdrehungen pro Minute und eine Motorleistung von 1.600 PS auf E85. Mit Normalbenzin sind immernoch ordentliche 1.280 PS drin. Das Drehmoment liegt bei 1.500 Nm. Damit haben die beiden Jeskos den bisher stärksten Koenigsegg-Motor unter der Haube. Gleichzeitig ist es recht wahrscheinlich, dass es sich auch um die stärksten Verbrennungsmotoren handelt, die jemals in Serienautos verbaut wurden.

9-Gang-Multi-Kupplungsgetriebe

Auch beim Getriebe hat man sich in Schweden nicht lumpen lassen. Koenigseggs Light Speed Transmission (LST) schaltet neun Vorwärtsgänge mit mehreren Kupplungen – egal, welcher Gang der Ausgangspunkt und welcher das Ziel ist. Dazu Öffnen und Schließen sich gleichzeitig mehrere Kupplungen. Zudem gibt Koenigsegg an, dass moderne Hochleistung-Getriebe weit über 120 kg wiegen würden, die 9-Gang-LST dagegen lediglich auf 90 kg einschließlich Flüssigkeiten komme. Damit haben sie bestimmt recht, normale Getriebe sind aber natürlich auch in Autos verbaut, die einen Bruchteil eines Koenigseggs kosten.

Fotos vom Koenigsegg Jesko Absolut:

Gleichzeitig arbeitet im LST ein System namens UPOD – Ultimate Power On Demand. Dieses System wurde entwickelt, um den nächsten Gang vorherzusagen und vorzuwählenen. Als ob ein Multi-Doppelkupplungsgetriebe nicht schon ambitioniert genug gewesen wäre. Wem das dann doch zu schnell geht, der kann jedoch auch nur einen Gang pro Gangwechsel zulassen. Dazu gibt es einen Druckpunkt an den Schaltpaddles. Drückt bis zum Punkt, wird immer nur ein Gang geschaltet. Drückt man über den Punkt hinaus, wird der von UPOD als aktuell am besten passende Gang ausgewählt. Und wer am liebsten gar nicht am Lenkrad sondern an einem Knüppel in der Mittelkonsole schaltet, wird ebenfalls glücklich. Eben jeder Knüppel lässt sich allerdings genauso bedienen, wie die Lenkradpaddles.

Auf die Straße kommt die Kraft am Ende über die größten Querlenker, die man in der Automobilindustrie finden kann. Sie hängen an Dämpfer von Öhlins, die ebenfalls in Schweden entwickelt werden. Die Fahrwerkseinstellungen gehen zwischen dem normalen Jesko und dem Jesko Absolut jedoch genauso auseinander, wie die Aerodynamik. Auf der einen Seite Rundenzeiten, auf der anderen Höchstgeschwindigkeit. Eben diese Höchstgeschwindigkeit im Koenigsegg Jesko Absolut ist nach wie vor unbekannt. Koenigsegg verspricht jedoch, dass „wenn die Möglichkeit sich ergibt, wird der Jesko Absolut bereit für die Krone sein, egal wer sie gerade trägt.“.

Fotos: Koenigsegg

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