Mit dem MINI Cooper SE elektrisch in die Alpen

Will man von München aus die Schneetauglichkeit des rein elektrischen MINI Cooper SE testen, landet man recht schnell in den Alpen. In diesem Fall im österreichischen Sölden. Dank seiner Lage in 1.350 Metern Höhe und zweier Gletscher in nächster Nähe gilt das ganze Gebiet als schneesicher. Und ist von der bayerischen Hauptstadt aus emissionsfrei ohne Ladestopp erreichbar. Exakt 200 Kilometer beträgt die Distanz bis zur Gaislachkoglbahn in Sölden.

Die im offiziellen Testzyklus ermittelte Reichweite des MINI Cooper SE liegt zwischen 235 und 270 Kilometern. Steht man nicht permanent auf dem Gas, kommt man also ziemlich sicher ohne Stopp an. 135 kW / 184 PS leistet der Elektromotor maximal, wovon zum entspannten Reisen nur ein kleiner Teil abgerufen werden müssen. Vom südlichen Stadtrand Münchens führt der Weg ins winterliche Vergnügen zunächst auf die Autobahn 95. Schon bald ragen rechts und links der Strecke die Höhenzüge des Voralpenlandes auf. Bei entspannter Fahrt im Modus GREEN, der eine auf Effizienz ausgerichtete Fahrpedal-Kennlinie aktiviert, nähert sich der MINI Cooper SE der Zugspitze, bevor von Garmisch-Partenkirchen aus in südöstlicher Richtung der deutsch-österreichische Grenzübergang Mittenwald angesteuert wird.

Alternativ ließe sich mit den MINI Driving Modes auch die Einstellung GREEN+ aufrufen, in der zusätzlich die Heizung deaktiviert wird, um den Stromverbrauch zu reduzieren und die Reichweite zu erhöhen. Doch wirklich nötig ist das nicht. Der elektrische MINI ist serienmäßig mit einer 2-Zonen-Klimaautomatik ausgestattet, die Beheizung seines Innenraums erfolgt mithilfe einer Wärmepumpe, die Abwärme aus dem Motor, der Antriebssteuerung und der Hochvoltbatterie sowie aus der Außenluft aufnimmt und zur Erzeugung wohliger Temperaturen nutzt. Sie zeichnet sich durch einen besonders günstigen Wirkungsgrad aus und beansprucht bei hohem Klimakomfort im Winterbetrieb bis zu 75 Prozent weniger Energie als eine konventionelle elektrische Heizung. Kein Grund also, Skijacke, Mütze und Handschuhe schon während der Fahrt zu tragen. Zumal der Gepäckraum genug Platz bietet, um neben der Skiausrüstung oder einem Rodel auch die wärmende Sportbekleidung unterzubringen. Weil der modellspezifische Hochvoltspeicher geschickt im Mitteltunnel und im Unterboden angeordnet ist, weist das Stauvolumen mit 211 bis 731 Litern exakt den gleichen Umfang auf wie bei den herkömmlich motorisierten Varianten des MINI 3-Türer.

Fotos vom Mini Cooper SE:

Trotz mehrerer beherzter Zwischenspurts, kräftezehrender Bergaufpassagen und kühler Witterung sind auch am Ortseingang von Sölden noch ausreichende Energiereserven vorhanden. Hier kommt die langjährige Erfahrung der BMW Group in der Entwicklung und Fertigung von Hochvoltbatterien zum Tragen. Mit der jüngsten, im MINI Cooper SE eingesetzten Generation der Batterie-Technologie konnte die Speicherkapazität der Zellen nochmals erhöht werden. Weiter optimiert wurde auch die Zyklenfestigkeit, die maßgeblichen Einfluss auf die Dauerhaltbarkeit des Hochvoltspeichers hat. Die für einen Zeitraum von acht Jahren nach der Erstzulassung gültige Gewährleistung wurde daher auf eine Laufleistung von 160 000 Kilometer beziehungsweise 100 000 Meilen erweitert.

Während seine Insassen sich auf der Piste austoben, schöpft der MINI Cooper SE an einer Ladesäule nahe der Talstation frische Kräfte. Bei einer Ladeleistung von 11 kW, wie sie auch eine MINI ELECTRIC Wallbox erzeugt, ist eine leere Hochvoltbatterie in dreieinhalb Stunden wieder vollständig mit Energie bestückt. Darüber hinaus sind Speicher und Ladegerät des MINI Cooper SE auch fürs Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 50 kW geeignet. Damit ist die Komplettladung in weniger als eineinhalb Stunden erledigt.

Die Auszeit im Schnee darf gern länger dauern. Die Gaislachkoglbahn bringt die Wintersportler in zwei Etappen bis auf 3 040 Meter. Nicht einmal eine Viertelstunde dauert die Fahrt zum Gipfelrestaurant „Ice Q“, dessen futuristischer Glaskubus als Drehort für den James-Bond-Thriller „Spectre“ diente. Insgesamt bietet Sölden 144 Kilometer Skipisten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade. Dabei werden drei „Dreitausender“ erschlossen. Vom höchsten von ihnen, der Schwarzen Schneid mit 3 340 Metern, können Skifahrer auf einer 15 Kilometer langen Piste abfahren und dabei einen Höhenunterschied von 1 970 Metern überwinden. Und von der Mittelstation der Gaislachkoglbahn führt eine 7,3 Kilometer lange Rodelbahn ins Tal.

Kurz vor der letzten Abfahrt des Tages wird es Zeit, die Remote App von MINI Connected zu nutzen. Aus der Ferne lässt sich nicht nur der Fortschritt des Ladevorgangs überprüfen, sondern auch die Standheizung des MINI Cooper SE aktivieren. Wird per Smartphone die gewünschte Startzeit eingegeben, sorgt ihre Timer-Funktion dafür, dass der Innenraum rechtzeitig erwärmt wird. So muss niemand in klammer Winterkleidung bibbernd hinterm Lenkrad Platz nehmen. Und auch Eiskratzen ist „Schnee von gestern“. Fazit des Tages: Ski und Rodel gut, Hin- und Rückfahrt perfekt.

Neidische Blicke durch vereiste Scheiben bleiben da nicht aus. Überhaupt zieht der MINI Cooper SE auch im Ötztal viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Frage nach dem Verkaufsstart – ab März 2020 – wird ebenso oft gestellt wie die nach der Beschleunigung – in 3,9 Sekunden von null auf 60 und in 7,3 Sekunden von null auf 100 km/h. Kein Wunder, dass MINI weltweit schon mehr als 100 000 registrierte Interessenten für das elektrisch angetriebene Modell vermelden kann. Die ersten Besitzer eines MINI Cooper SE könnten seine Qualitäten als Pisten-Shuttle sogar noch in der laufenden Ski-Saison testen. In Sölden liegt meist noch bis Mai genügend Schnee für einen spontanen Wintersport-Ausflug.

Fotos: MINI

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