Toyota GR Yaris: Dreizylinder-Turbo mit Allrad

Das neue Jahr beginnt bei Toyota sportlich: Auf dem Tokyo Auto Salon vom 10. bis 12.01.2020 wird der neue Toyota GR Yaris vorgestellt. Der kleine Krawallbruder ist nach der GR Supra bereits das zweite Kfz, das die Motorsportabteilung Toyota Gazoo Racing (TGR) gebaut hat. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2020 geplant. Hergestellt wird der GR Yaris auf einer neuen, speziell für GR-Modelle vorgesehenen Linie im Werk Motomachi in Japan.

Fotos vom Toyota GR Yaris:

Plattform und Motor sind komplett neu, ebenso wie die Radaufhängung, das aerodynamische Styling und der permanente Allradantrieb GR-FOUR. Mit hoher Leistung und geringem Gewicht ist der GR Yaris durchaus auch auf der Rennstrecke zuhause. „Wir nutzen unser Engagement im Motorsport, um unser Know-how zu verfeinern sowie unsere Mitarbeiter noch besser auszubilden – und vor allem um erstklassige Serienautos auf die Straße zu bringen“, sagte Shigeki Tomoyama, Präsident von Gazoo Racing, bei der Premiere des GR Yaris auf dem Tokyo Auto Salon. „Den GR Supra haben wir auf der Rennstrecke entwickelt, der neue GR Yaris ist das Ergebnis unseres Rallye-Engagements – und ein Auto, auf das viele unserer Fans gewartet haben.“

Allradantrieb

Der neue GR Yaris ist der erste echte Allradsportwagen von Toyota und – passend dazu – das erste Homologationsmodell für die Rallye-Weltmeisterschaft seit dem Produktionsende des Celica GT-FOUR im Jahre 1999. Es dient damit der Entwicklung eines neuen Wettbewerbsfahrzeugs für das Rallye-Team von Toyota Gazoo Racing, das seit seiner Rückkehr in die WM vor drei Jahren den Herstellertitel (2018) und den Fahrertitel (2019) gewonnen hat. Aerodynamik, Gewicht und Gewichtsverteilung standen im Fokus der Entwicklung: drei entscheidende Faktoren für maximale Performance und Fahrbahrkeit. Daher wurde die Dachlinie – im Vergleich zur neuen Generation Yaris – abgesenkt, der neue 1,6-Liter-Turbomotor weiter Richtung Fahrzeugmitte versetzt und die Batterie im Kofferraum untergebracht. Die günstigere Gewichtsverteilung, die daraus resultiert, soll Handling, Stabilität und Ansprechverhalten verbessern. Die dreitürige Karosserie besteht aus Leichtbau-Komponenten wie Kohlefaser-Polymer und Aluminium und trägt damit zum Verhältnis zwischen Leistung und Gewicht bei. Die neue Plattform macht eine breite Spur und den Einsatz einer neuen Doppelquerlenker-Aufhängung an der Hinterachse möglich. Unterhalb der Längsträger sollen zusätzliche Verstärkungen für bessere Fahreigenschaften sorgen.

Eigenes Design, 1,6 Liter Turbo-Motor

Erfreulicherweise hat Toyota den GR Yaris auch optisch deutlich von den anderen Varianten abgegrenzt. Die um 91 mm abgesenkte Dachlinie und die rahmenlosen Türen sorgen für sportliche Coupé-Optik, Grill und Spoiler an der Front tragen ebenfalls Gazoo-DNA, und in den breiten Radhäusern sitzen 18 Zoll große Leichtmetallräder. Unter der Haube werkelt ein kleines Kraftpaket mit viel Motorsporttechnik: Der neu entwickelte Turbo-Dreizylinder holt aus 1,6 Litern Hubraum stattliche 192 kW / 261 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Nm. Sahnestücke wie eine Kolbenbodenkühlung per Multi-Öldüse, Auslassventile mit großem Durchmesser und ein teilbearbeiteter Einlasskanal finden sich normalerweise erst bei deutlich teureren Fahrzeugen. Aufgeladen wird der leichte und kompakte DOHC-12V-Motor über einen feinen Single-Scroll-Kugellager-Turbo. Das Sechsgang-Schaltgetriebe verspricht ebenfalls Fahrspaß. Das Dach besteht aus einem neuen Kohlefaser-Polymer, das formgepresst werden kann, Motorhaube, Türen und Heckklappe sind aus Aluminium. Das Leergewicht beträgt 1.280 kg, das Leistungsgewicht bei 4,9 kg pro PS. 100 km/h stehen nach weniger als 5,5 Sekunden auf der Uhr, Schluss ist elektronisch begrenzt bei 230 km/h.

Neu entwickeltes Allradsystem GR-FOUR

Zuverlässig auf die Straße gebracht wird die Kraft des Turbomotors vom neuen GR-FOUR Allradsystem. Das Antriebsmoment lässt sich theoretisch im Bereich zwischen 100:0 (reiner Vorderradantrieb) bis 0:100 (reiner Hinterradantrieb) verteilen, im Gegensatz zu anderen Allradantrieben mit bedarfsgerechter Verteilung oder permanenten Allradsystemen mit Mittendifferenzial. Optional ermöglichen Torsen-Differenziale an Vorder- und Hinterachse zudem die Aufteilung des Antriebsmoments zwischen den einzelnen Rädern einer Achse. Der Fahrer kann das Allradsystem seinen eigenen Vorlieben oder der jeweiligen Situation anpassen: Im normalen Modus beträgt die Grundeinstellung 60:40 zwischen Vorder- und Hinterachse, im Sport-Modus wechselt die Verteilung auf ein heckbetonteres Verhältnis von 30:70, im Track-Modus wird 50:50 zwischen den Achsen verteilt. Unabhängig von der Grundeinstellung passt sich die Drehmomentverteilung in allen Fahrmodi automatisch den jeweiligen Anforderungen, dem Fahrverhalten oder den Fahrbahnbedingungen an.

Die eigenständige Plattform des GR Yaris verbindet den vorderen Teil der GA-B Plattform des neuen Yaris Serienmodells mit dem Heck der größeren GA-C Plattform. So war es möglich, den GR-FOUR Allradantrieb in das Fahrzeug zu integrieren und die Verbundlenker-Hinterachse des Yaris durch eine Doppelquerlenker-Achse zu ersetzen. Vorne kommt eine Aufhängung an MacPherson-Federbeinen zum Einsatz. Verzögert wird an der Vorderachse mit gerillten 365-mm-Scheiben und Vier-Kolben-Bremssätteln.

Circuit Pack

Mit dem optionalen Circuit Pack können Kunden ihren GR Yaris für den Rundkurs- und Rallye-Einsatz weiter aufbrezeln. Inbegriffen sind hier die beiden Torsen-Differenziale an Vorder- und Hinterachse, ein nochmals bissiger abgestimmtes Fahrwerk sowie geschmiedete 18-Zoll-Aluminiumräder mit Michelin Pilot Sport 4s Reifen im Format 225/40 R18.

Fotos: Toyota

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