Audi Q7 60 TFSI e quattro: Plug-in-Hybrid-SUV nun vorbestellbar

Weiter geht’s bei Audi mit der Elektrifizierungsstrategie. Als nächstes ist die Walfischklasse dran: Der neue Q7 TFSI e quattro steht in den Startlöchern. Das SUV mit Plug-in-Hybridantrieb kombiniert einen Dreiliter-V6-Benziner mit einer E-Maschine und ist in zwei Leistungsstufen erhältlich. In der Topversion bietet er 335 kW / 456 PS Systemleistung und 700 Nm Systemdrehmoment. Die „kleinere“ Version bringt 280 kW / 381 PS und 600 Nm auf die Straße. Nach den bereits hybridisierten Baureihen Q5, A8, A6 und A7 Sportback stellt der Q7 TFSI e quattro damit das fünfte Modell mit dem Plug-in-Hybrid-Logo „TFSI e“.

Zwei Motoren und quattro-Triebstrang

Wie bekannt kombinieren die Plug-in-Hybrid-Modelle einen Verbrennungsmotor, in diesem Fall den 3.0 TFSI-V6 mit 250 kW / 340 PS Leistung und 450 Nm Drehmoment und einen Elektromotor, eine permanent erregte Sychronmaschine (PSM). Die PSM mit 94 kW Peakleistung und 350 Nm ist in das Gehäuse der Achtstufen-tiptronic integriert. Gemeinsam mit der Kupplung, die den Verbrennungsmotor mit dem Triebstrang verbindet, bildet sie das so genannte Hybridmodul. Der Strom für die E-Maschine kommt aus einer flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie, die unter dem Gepäckraumboden sitzt und bei 308 Volt Spannung 17,3 kWh Energiekapazität bereithält. Ihre 168 prismatischen Zellen sind in 14 Module aufgeteilt, die auf zwei Ebenen übereinander liegen. Die Batteriekühlung, die auch das Ladegerät einbezieht, bildet einen eigenen Niedertemperatur-Kreis. Bei Bedarf lässt er sich an den Kältemittelkreis der Klimaanlage ankoppeln oder mit dem zweiten Niedertemperatur-Kreis zusammenschalten, der die E-Maschine und die Leistungselektronik versorgt. Sie wandelt den Gleichstrom der Hochvolt-Batterie (HV) in Drehstrom für die E-Maschine um. Beim Rekuperieren arbeitet die E-Maschine als Generator und speist Gleichstrom in die Lithium-Ionen-Batterie zurück. Von da geht es in die Achtstufen-tiptronic, weiter in den quattro-Triebstrang und ab an alle vier Räder. Über das rein mechanisch regelnde Mittendifferenzial landen bei normaler Fahrt 40% der Momente an der Vorderachse und 60% an der Hinterachse verteilt. Bei Schlupf geht ein Großteil an die Achse mit der besseren Traktion.

Zwei Motorisierungen zum Start: der Q7 60 TFSI e mit 335 kW und der Q7 55 TFSI e mit 280 kW

Durch die unterschiedliche Auslegung der E-Maschine gibt es den Q7 TFSI e quattro in zwei Leistungsstufen, die sich unter anderem durch ihre Boost-Strategie unterscheiden. Der Q7 60 TFSI e quattro erreicht 335 kW / 456 PS Systemleistung und 700 Nm – 250 Nm mehr, als der TFSI alleine bringt. Wenn beide Motoren im Boost zusammenarbeiten, geht er aus dem Stand in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, bei 240 km/h wird abgeregelt. Bis 135 km/h kann man rein elektrisch fahren. Der Q7 55 TFSI e quattro leistet 280 kW / 381 PS und 600 Nm. 100 km/h sind nach 5,9 Sekunden erreicht. Die E-Maschine kann ebenfalls bis 135 km/h allein arbeiten, inklusive V6 sind auch hier 240 km/h drin. Im rein elektrischen Betrieb erzielen beide Q7 nach WLTP identische Reichweiten von bis zu 43 Kilometern. Das Hybridmanagement wählt dabei für jede Fahrt selbstständig die optimale Betriebsstrategie. Es ist so ausgelegt, dass der Fahrer einen großen Teil seiner täglichen Strecken elektrisch zurücklegen kann. Wer lieber selbst die Kontrolle hat, greift zum „EV“-Softkey im unteren der beiden MMI-Displays und steuert selbst das Zusammenspiel der beiden Motoren.

Fotos vom Audi Q7 60 TFSI e quattro:

Gestartet wird im rein elektrischen „EV“-Modus. Um Fußgänger und Radfahrer im Stadtverkehr zu warnen, strahlt ein Lautsprecher im rechten Radhaus einen synthetischen e-Sound ab – gemäß den EU-Richtlinien bis 20 km/h deutlich zu hören. Bei steigender Geschwindigkeit blendet sich das Akustische Fahrzeug-Warnsystem (AVAS) schrittweise aus. Der Benzinmotor wird erst aktiv, wenn der Fahrer das rechte Pedal – das „aktive Fahrpedal“ – über einen bestimmten Widerstand hinaus durchtritt. Der „Hybrid“-Modus hat zwei Betriebsmodi: „Auto“ und „Hold“. Im „Auto“-Modus wird mit dem Start der Zielführung in der serienmäßigen MMI Navigation plus automatisch die prädiktive Betriebsstrategie aktiviert. Die Batterieladung wird intelligent auf die Wegstrecke aufgeteilt, mit hohen elektrischen Anteilen in der Stadt und im Stop-and-go-Verkehr. Das Beschleunigen übernimmt zumeist der TFSI-Motor, je nach Bedarf mit Unterstützung der E-Maschine. Beim Gasgeben aus niedrigen Drehzahlen beispielsweise überbrückt sie jene Zehntelsekunden, die der Turbolader zum Druckaufbau braucht, so dass der Antrieb spontan anspricht. Grundsätzlich versucht die prädiktive Betriebsstrategie möglichst weit elektrisch zu fahren und die vorhandene Batterieladung bis zum Ziel vollständig zu nutzen.

Im Modus „Hold“ gilt eine andere Strategie: Hier wird der vorhandene Ladestatus der Batterie, bei nur minimalen Schwankungen, auf dem aktuellen Stand gehalten. Dies geschieht durch Rückgewinnung von Bremsenergie, also Rekuperation und per Lastpunktverschiebung – also durch gezielte Eingriffe in das Management des 3.0 TFSI. Somit lässt sich zum Beispiel nach einer konventionell gefahrenen Langstrecke die anschließende Fahrt im urbanen Raum rein elektrisch, also emissionsfrei, und nahezu geräuschlos zurücklegen. Die Betriebsstrategie des Fahrzeugs plant das Management der Antriebe und nutzt eine Vielzahl von Daten – immer mit dem Ziel, den Fahrkomfort zu optimieren und den Energieverbrauch sowie die CO2-Emission zu verringern. In der Langstrecken-Planung bezieht sie die Länge und das Profil der Route sowie die Online-Verkehrsinformationen und den Fahrstil des Fahrers ein. In der kurzfristigen Vorausschau, die parallel dazu läuft, liefert das serienmäßige System „Prädiktiver Effizienzassistent“ (PEA) Nahumfeld-Informationen aus den Navigationsdaten zu, beispielsweise Tempolimits, Straßenarten, Steigungen und Gefälle. Auch die Daten von Kamera und Radar, die den vorausfahrenden Verkehr beobachten, fließen hier ein.

Freilauf und Rekuperation

Wichtig für die Effizienz des Q7 mit Plug-in-Hybridantrieb sind auch die Phasen, in denen der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal nimmt. In solchen Situationen erfolgt die Regelung durch den PEA. Neben den Navigationsdaten berücksichtigt er den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und entscheidet so zwischen dem Freilauf mit ausgeschaltetem TFSI („Segeln“) und der Rekuperation – der Rückgewinnung von kinetischer Energie und ihrer Umwandlung in elektrische Energie. Im Schub kann der Q7 TFSI e quattro dabei bis zu 25 kW Leistung zurückgewinnen und an die Lithium-Ionen-Batterie zurückgeben. Als Generator betrieben übernimmt die E-Maschine alle leichten und mittleren Bremsungen bis 0,3 g, das sind im Alltag des Kunden mehr als 90 Prozent. Erst bei stärkeren Verzögerungen kommen die hydraulischen Radbremsen hinzu. Beim Bremsen erzielt der Hybrid-SUV bis zu 80 kW Rekuperationsleistung. Wenn der optionale adaptive cruise assist inklusive Radartempomat aktiv ist, unterstützt der PEA den Fahrer nicht nur beim Verzögern, sondern auch beim kraftstoffsparenden Beschleunigen. Falls er ausgeschaltet ist, erhält der Fahrer Hinweise darauf, wann er sinnvollerweise den Fuß vom rechten Pedal nehmen sollte. Dabei spürt er einen Impuls im aktiven Fahrpedal und sieht Anzeigen im Audi virtual cockpit (Serie) sowie im Head-up-Display (Option). Detail-Symbole wie Kreuzungen, Ortsschilder oder vorausfahrende Autos illustrieren den Anlass für die Geschwindigkeitsreduktion.

Ausstattung

Die 335 kW / 456 PS und 700 Nm wollen natürlich auch optisch rübergebracht werden. Serienmäßiges S line Exterieur mit Volllackierung in Wagenfarbe und Designdetails an Front und Heck sollen dazu beitragen. Das Optikpaket schwarz und die Matrix LED-Scheinwerfer komplettieren den Look. Hinter den 20 Zoll-Rädern sitzen rote Bremssättel. Im Innenraum wartet das S line Sportpaket. Dazu gehören Sportsitze mit S line-Prägung, ein schwarzer Dachhimmel und Dekoreinlagen in Aluminium. Beim Öffnen der Türen projizieren LED-Einstiegsleuchten die Vier Ringe auf den Boden. Die meisten Ausstattungsfeatures sind auf Wunsch auch für den Audi Q7 55 TFSI e quattro lieferbar. Der Ladeanschluss der neuen Plug-in-Hybride liegt im hinteren Bereich der linken Flanke, gegenüber dem Tankstutzen. An öffentlichen Säulen mit Mode 3-Kabel und Typ 2-Stecker kann geladen werden. Ein Audi-eigener Ladedienst, der e-tron Charging Service, gewährt auf Wunsch Zugang zu mehr als 110.000 Ladepunkten in Europa. Wie schon von den anderen Modellen bekannt kann mit der myAudi App der Batterie- und Reichweitenstatus abfragt, Ladevorgänge gestartet, Ladetimer programmiert sowie Einsicht in die Lade- und Verbrauchsstatistik genommen werden. Sowohl in der App als auch im Navigationssystem des Autos sind die Ladestationen aufgeführt.

Das Ganze hat natürlich seinen Preis. Der Audi Q7 60 TFSI e quattro ist ab Basispreis 89.500 Euro in Deutschland ab sofort bestellbar, der Audi Q7 55 TFSI e quattro geht für 74.800 Euro über die Theke. Die Markteinführung beginnt zum Jahresende 2019.

Fotos: Audi

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