Audi RS6 Avant C8: Alle Daten und Fakten

441 kW / 600 PS und 800 Nm – der neue Audi RS 6 Avant bricht in Sachen Leistung auf jeden Fall keine Rekorde, war doch schon der RS6 C7 in der Performance-Variante stärker. Zwar sind 800 Nm neuer Bestwert für einen Basis-RS6, letztendlich zählen aber sowieso die Fahrleistungen. Und die sind besser denn je.

„Der Audi RS 6 Avant gehört zu unseren absoluten Ikonen in unserer 25-jährigen RS-Historie und hat weltweit eine große Fangemeinde“, sagt Oliver Hoffmann, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH. „Erstmals werden wir den RS 6 Avant auch in Nordamerika anbieten. Damit erschließen wir einen neuen Markt mit großem Potenzial und generieren weiteres globales Wachstum.“. Der Schritt nach Amerika dürfte überfällig gewesen sein. Dort, wo man mit einem 4 Liter großen V8 gerade mal als „Small Block“ durchgeht und der Sprit günstig ist, dürfte Audis Überkombi einiges an Interesse entgegen schlagen.

Exterieur

Der neue Audi RS 6 Avant ist kein Wolf im Schafspelz sagt Audi. Was man auch sofort sieht: Abgesehen von den Vordertüren, dem Dach und der Gepäckraumklappe sind alle Karosserieteile spezifisch für das RS-Modell. Die je Seite um rund 40 Millimeter ausgestellten Radhäuser und bis zu 22 Zoll große Räder betonen die Sportlichkeit des rund fünf Meter langen Kombis mit Fahrleistungen auf dem Niveau eines Supersportwagens. Die neue Motorhaube mit Powerdome, die markanten seitlichen Lufteinlässe mit senkrechten Wings und der breite und flache Singleframe-Grill grenzen den RS deutlich vom normalen A6 Avant ab Als Alternative zu den serienmäßigen LED-Scheinwerfern stehen RS-spezifische HD-Matrix LED-Scheinwerfer mit Laserlicht und abgedunkelten Blenden als Option zur Verfügung.

Obligatorisch: Der V8-Biturbo

Der 4.0 TFSI im neuen Audi RS 6 Avant liefert mehr Leistung bei gesteigerter Effizienz, sagt Audi. Das stimmt im Vergleich zum alten Einstiegs-RS6 C7, der 560 PS leistete. Das letzte herausgebrachte Modell, der RS6 performance C7, ging allerdings bereits mit 605 PS an den Start. Das V8-Triebwerk im C8 leistet nun 441 kW / 600 PS, stellt mit 800 Nm Drehmoment zwischen 2.050 und 4.500 Umdrehungen allerdings neue Bestmarken auf. Zudem ist der Neue trotz 5 PS weniger von 100 km/h mit 3,6 Sekunden sogar 0,1 Sekunden schneller. Auf Tempo 200 geht es in 12 Sekunden glatt. Die elektronisch bei 250 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit lässt sich mit dem optionalen Dynamikpaket auf 280 km/h, mit Dynamikpaket plus auf 305 km/h, erhöhen.

Fotos vom Audi RS6 Avant C8:

Trotzdem will man natürlich zumindest halbwegs vorzeigbare Verbrauchswerte produzieren. Dazu sollen das Mildhybrid-System (MHEV) mit 48 Volt-Hauptbordnetz und die Zylinderabschaltung cylinder on demand (COD) für das Abschalten von vier Zylindern in Betriebssituationen mit niedriger Leistungsanforderung beitragen. Die Kraftübertragung an den permanenten Allradantrieb quattro übernimmt die serienmäßige Achtstufen-tiptronic mit schnelleren Schaltzeiten. Die radselektive Momentensteuerung und das optionale quattro Sportdifferential sorgen für Traktion. Die serienmäßige Luftfederung RS-adaptive air suspension mit geregelter Dämpfung ist erwartungsgemäß sportlich abgestimmt und erlaubt im Dynamikpaket plus erstmals auch die Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h. Eine Option für noch mehr Dynamik ist das RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC). Es arbeitet mit Stahlfedern und dreistufig einstellbaren Dämpfern, die ohne Einsatz von Elektronik den Bewegungen des Fahrzeugaufbaus ohne Zeitverzögerung entgegenwirken. Die Karosserie des neuen RS 6 Avant liegt in der Normalposition im Modus auto, comfort und efficiency 20 Millimeter tiefer als bei einem Audi A6 Avant mit Serienfahrwerk. Die Luftfederung senkt den RS 6 ab Tempo 120 km/h in den drei oben genannten Modi um weitere zehn Millimeter ab. Im Modus dynamic bleibt der Aufbau bei beiden Fahrwerken dauerhaft auf dieser unteren Trimmlage. Für schlechte Strecken bietet die RS-adaptive air suspension einen lift-mode der den RS 6 Avant bei niedriger Geschwindigkeit um 20 Millimeter über die Normalposition anheben kann.

Standardmäßig arbeitet im neuen RS 6 Avant eine sportlich-direkt übersetzte Progressivlenkung, deren Servounterstützung neu entwickelt wurde. Optional ist auch eine DynamikAllradlenkung verfügbar. Sie kombiniert die Dynamiklenkung an der Vorderachse mit der zusätzlichen Hinterachslenkung. Durch die Kombination der Dynamiklenkung und der Hinterachslenkung ändert sich die Gesamt-Lenkübersetzung im Bereich von 9,5 bis 17,0 – von sehr direkt bei niedrigem bis zu überaus stabil bei hohem Tempo. Serienmäßig rollt der neue RS 6 Avant auf 21-Zoll-Rädern, alternativ montiert Audi auch 22-Zöller. Die neu entwickelte Keramikbremsanlage mit Scheiben der Dimension 440 Millimeter vorn und 370 Millimeter hinten ist eine weitere Option, den RS ein wenig leichter und dynamischer zu machen – ob der deutlich spürbare Mehrpreis sich in der Praxis auszahlt, muss jeder selbst entscheiden. Im Vergleich zur Stahlbremse bringt die Keramikbremsanlage 34 Kilogramm weniger auf die Waage.

Der Charakter des RS 6 Avant kann jederzeit über das Fahrdynamiksystem Audi drive select verändert werden. Neben den bekannten Profilen comfort, auto, dynamic und efficiency gibt es die neuen individuell konfigurierbaren RS-spezifischen Modi „RS1“ und „RS2“, die sich direkt über die Lenkradtaste „RS-MODE“ aktivieren lassen. Sobald der Fahrer diese nach seinen Wünschen eingestellt und gespeichert hat, lassen sie sich direkt über die Lenkradtaste „RSMODE“ aktivieren, ohne erneut das MMI touch response bedienen zu müssen.

Interieur

Auch im Innenraum hat sich einiges getan. Die Benutzeroberfläche des Bediensystems MMI touch response ist gut ablesbar und harmoniert mit dem klaren Black Panel-Design. Die beiden übereinander angeordneten Displays mit haptischer und akustischer Rückmeldung lassen sich mit Touch- und Wischgesten bedienen. Spezielle RS-Anzeigen im Audi virtual cockpit informieren über erweiterte Fahrt- und Fahrzeugdaten. Beim Erreichen der Drehzahlgrenze fordert die Schaltblitz-Darstellung zum Hochschalten auf. Das optionale Head-up-Display zeigt ebenfalls einige RS-spezifische Information, wie beispielsweise die Schaltblitz-Darstellung. RS-Sportsitze mit Rautensteppung und RS-Prägung in Alcantara-Leder-Kombination sind Serie. Alternativ ist der Sitzbezug in Leder Valcona perforiert mit Wabensteppung und RS-Prägung gehalten. Die RS-Designpakete in rot und grau bringen Farbe und weitere Sportlichkeit in den Innenraum. So werden Lenkradkranz, Schaltmanschette und Kniepads in Alcantara mit Kontrastnähten ausgeführt. Gurtbänder mit farbiger Einfassung und RS-Fußmatten runden das Paket ab. Weitere Möglichkeiten der Individualisierungen bieten die Dekoreinlagen in Holz graubraun naturell oder Aluminium matt. Ein Plus für die hohe Alltagstauglichkeit ist, dass das Platzangebot im Interieur des neuen RS 6 Avant weitergewachsen ist. Der Gepäckraum hält 565 bis 1680 Liter Volumen bereit, die Durchladebreite zwischen den Radhäusern ist im Vergleich zum Vorgänger um 14 Millimeter auf 1,05 Meter gewachsen. Durch das Umklappen der 40:20:40 geteilten Fondsitzanlage wächst die Gepäckraumlänge auf rund zwei Meter. Die Gepäckraumklappe und die Laderaumabdeckung sind serienmäßig elektrisch angetrieben. Auf Wunsch gibt es zusätzlich die Sensorsteuerung per
Geste mit dem Fuß sowie eine elektrisch entriegelte, schwenkbare Anhängevorrichtung.

Fahrerassistenzsysteme: Auf dem Weg zum autonomen Fahren

Einige der mehr als 30 Fahrerassistenzsysteme im neuen RS 6 Avant hat Audi in den Paketen „Stadt“ und „Tour“ zusammengefasst. Sie machen das Fahren noch komfortabler, effizienter und sicherer. Ein Highlight ist der Adaptive Fahrassistent (AFA), der die adaptive cruise control (ACC) um eine Spurführungsfunktion erweitert. Speziell auf Langstrecken ist dies ein deutlicher Komfortgewinn. Dafür integriert er die Funktionen des adaptiven Geschwindigkeitsassistenten (adaptive cruise control) und des Spurführungsassistenten (Audi active lane assist). Eine Spurführungsfunktion für Engstellen und Stausituation gehören ebenso dazu. Das zentrale Fahrer- assistenzsteuergerät (zFAS) bildet die zentrale Schnittstelle aller Assistenzsysteme. Es errechnet permanent ein Abbild der Umgebung. Mithilfe dieses zentralen Umfeldmodells können die Assistenzsysteme ihre Performance im Vergleich zum Vorgängermodell weiter verbessern, etwa wenn sie ein Stauende erkennen und den Bremsvorgang einleiten.

Der Motor

Der V8-Biturbo leistet 441 kW / 600 PS und liefert im breiten Drehzahlband von 2.050 bis 4.500 1/min konstant 800 Nm Drehmoment. Den Sprint von Null auf 100 km/h erledigt der Power-Kombi in 3,6 Sekunden. In 12 Sekunden erreicht der RS 6 Avant Tempo 100 km/h. Schluss ist bei 250 km/h, mit optionalem Dynamikpaket bei 280 km/h und mit dem Dynamikpaket plus bei 305 km/h. Immer noch abgeregelt, wohlgemerkt. Ungezügelt dürften noch einge Km/h dazukommen. Der V8-Biturbo weist einen klassischen Bankwinkel von 90 Grad und einen Hubraum von 3.996 cm3 auf – wie von RS6-Modellen gewohnt. Sein Kurbelgehäuse ist aus Aluminium gegossen und wiegt lediglich 39,1 Kilogramm. Die Zylinderlaufbahnen wurden mithilfe des atmosphärischen Plasmaspritzen-Verfahrens bearbeitet. Bei diesem Verfahren wird eine extrem dünne Eisenbeschichtung auf die Zylinderlaufbahnen aufgetragen. Diese beschichteten Zylinderlaufbahnen weisen eine verbesserte Wärmeabfuhr, eine hohe thermische und mechanische Belastbarkeit sowie eine höhere Verschleißfestigkeit auf. Außerdem reduziert sie signifikant die innere Reibung und stellt einen minimal niedrigen Ölverbrauch sicher. Ein zentral im Innen-V angeordnetes elektronisches Schaltventil regelt zudem bedarfsgerecht die für die Kolbenkühlung relevanten kennfeldgesteuerten Kolbenspritzdüsen. Das vermindert den Leistungsbedarf der vollvariabelen Ölpumpe. Der Ölkreislauf ist in zwei separate Ölgalerien aufgeteilt – eine für den Motorblock und eine für die Zylinderköpfe. Dieses Layout garantiert eine zuverlässige Ölversorgung auch bei extremen Quer- und Längsbeschleunigungen. Die schaltbare Wasserpumpe kommt erst bei 80 Grad Celsius hinzu, denn das zunächst stehende Kühlmittel erwärmt sich schneller und der Motor erreicht früher seine Betriebstemperatur. Die Ketten des Ventiltriebs erhalten ihren Antrieb über eine zahnradangetriebene Zwischenwelle. Diese treibt auch dieWasserpumpe an. Um die Zylinder stets passend zu füllen, lassen sich Ein- und Auslassnockenwellen variabel um je 50 Grad verstellen. Jede Zylinderbank treibt eine Kraftstoffhochdruckpumpe an, die bis zu 250 bar Druck aufbaut. Die zentral im Brennraum platzierten Injektoren spritzen den Kraftstoff aus sieben Löchern, wobei sie für unterschiedliche Anforderungen – vom Kaltstart bis zur Volllast – spezielle Einspritzstrategien verfolgen. Die Zündfolge ist 1-3-7-2-6-5-4-8 wie schon beim Vorgänger-Aggregat. Das Ergebnis ist der voluminöse V8-Sound, den man vom RS6 kennt. Der Fahrer kann den Klang des Triebwerks über das Fahrdynamiksystem Audi drive select beeinflussen. Neben dem Motorsound nimmt das Audi drive select unter anderem Einfluss auf das Motor- und Getriebemanagement, die Lenkunterstützung, das Fahrwerk, die Dynamik-Allradlenkung, das quattro Sportdifferenzial sowie die Arbeitsweise der Klimaautomatik. Für ein noch volleres Klangbild sorgt die optionale RS-Sportabgasanlage mit schwarzen Endrohrblenden. In den individualisierbaren Modi „RS1“ und „RS2“ entscheidet der Kunde selbst, ob der Vierliter-Motor sportlich oder ausgewogen klingen soll.

Ladedruck: zwei Twinscroll-Turbos

Die 800 Nm Drehmoment, die der 4.0 TFSI bereits bei niedrigen Touren aufbaut, sind in erster Linie den beiden Twin-Scroll-Turboladern zu verdanken. Neben einem erhöhten Ladedruck wurde der Durchmesser des Verdichterrads der Turbolader um drei Millimeter vergrößert. Jeder Turbo versorgt mit bis zu 1,4 bar Ladedruck (relativ) eine Zylinderbank. Das sind 0,2 bar mehr als beim Vorgänger. Durch den höheren Ladedruck kommt mehr Luft für die Verbrennung von Kraftstoff in den Brennraum und so der Füllungsgrad der Zylinder verbessert. Die Folge: eine höhere Motorleistung sowie eine gesteigerte Effizienz. In den Zylinderköpfen liegt die Ansaugseite außen und die Abgasseite innen. So können die größer dimensionierten Turbos und ihr optimierter Luft-Luft-Ladeluftkühler im 90-Grad-Innen-V der Zylinderbänke platziert werden, statt, wie sonst üblich, außen seitlich am Motor. Dieses Layout ermöglicht kurze Gaslaufwege mit minimalen Strömungsverlusten und ein spontanes Ansprechverhalten. Eine aufwändige Isolierung der heißen Bauteile sorgt dabei für thermisch stabile Verhältnisse im Innen-V. Das Verdichtungsverhältnis entspricht 10,1:1.

Effizienz-Systeme: MHEV und cylinder on demand (COD)

Dank des Mildhybrid-Systems (MHEV) mit 48 Volt-Hauptbordnetz kombiniert der 4.0 TFSI maximale Performance mit hoher Effizienz. Das Herz dieses Systems, der Riemen-StarterGenerator, kann bei Verzögerungen bis zu 12 kW Leistung zurückgewinnen und als Energie in einen Lithium-Ionen-Akku einspeisen. Geht der Fahrer im Geschwindigkeitsbereich zwischen 55 und 160 km/h vom Gas, wählt das Antriebsmanagement eine von zwei Optionen: Je nach Fahrsituation und Einstellung im Fahrdynamiksystem Audi drive select rekuperiert der RS 6 Avant, das heißt er verzögert, indem der Generator Bewegungsenergie in elektrische umwandelt, oder segelt mit ausgeschaltetem Motor. Beim Tritt aufs Gaspedal startet der Riemen-Starter-Generator den Motor wieder. Die MHEV-Technologie erlaubt den Start-StoppBetrieb bereits in allen Bereichen unter 22 km/h Restgeschwindigkeit. Somit lassen sich im Alltagsbetrieb bis zu 0,8 Liter pro 100 Kilometer Kraftstoff einsparen.Als weiterer Effizienz-Baustein ist das System cylinder on demand (COD) an Bord. Bei geringer bis mittlerer Last und Drehzahl deaktiviert es in den oberen Gängen die Zylinder 2, 3, 5 und 8, in dem es Einspritzung und Zündung abschaltet und die Ein- und Auslassventile schließt. Durch den Vierzylinderbetrieb verlagern sich in den aktiven Zylindern die Betriebspunkte zu höheren Lasten und somit in Kennfeldbereiche mit höherem Wirkungsgrad, während die deaktivierten Zylinder wie Gasfedern weitestgehend verlustfrei mitlaufen. Beim Tritt auf das Gaspedal werden sie sofort wieder zugeschaltet. Der Umschaltvorgang dauert jeweils nur Millisekunden und ist für Fahrer und Mitfahrer praktisch nicht wahrnehmbar.

Kraftübertragung: 8 Gang-Tiptronic und optionales Sportdifferential

Die Kräfte des 4.0 TFSI gelangen über die serienmäßige Achtstufen-tiptronic mit optimierten Schaltzeiten an den permanenten Allradantrieb quattro. Ein rein mechanisch arbeitendes Mittendifferenzial verteilt die Antriebskräfte im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse. Tritt Schlupf auf, gelangt automatisch mehr Antriebsmoment an die Achse mit der besseren Traktion – bis zu 70 Prozent können nach vorn, oder bis zu 85 Prozent nach hinten fließen. Das agile und sichere Handling des neuen RS 6 Avant wird durch die radselektive Momentensteuerung optimiert, in dem sie die kurveninneren Räder leicht anbremst, bevor sie Schlupf bekommen. Dadurch wird das Moment zum Rad auf der gegenüberliegenden Seite gelenkt. Im optionalen RS-Dynamikpaket und RS-Dynamikpaket plus kombiniert Audi die radselektive Momentensteuerung mit dem quattro Sportdifferenzial. Die Software des Sportdifferenzials berechnet kontinuierlich die fahrdynamisch ideale Verteilung der Momente an der Hinterachse und sorgt damit für ein Plus an Fahrdynamik, Traktion und Stabilität. Beim Sportdifferenzial ist das klassische Hinterachsgetriebe auf beiden Seiten um eine Überlagerungsstufe ergänzt. Sie besteht aus zwei Sonnenrädern und einem Hohlrad und dreht sich um zehn Prozent schneller als die Antriebswelle. Eine Lamellenkupplung, die im Ölbad läuft und von einem elektrohydraulischen Aktuator betätigt wird, stellt den Kraftschluss zwischen der Welle und der Überlagerungsstufe her. Wenn die Kupplung schließt, zwingt sie dem Rad stufenlos die höhere Drehzahl der Übersetzungsstufe auf. Der Zwang, sich schneller zu drehen, führt dazu, dass das dafür notwendige zusätzliche Moment dem gegenüberliegenden kurveninneren Rad über das Differenzial entzogen wird. Auf diese Weise kann fast das komplette Drehmoment auf ein Rad fließen. Das Sportdifferenzial kann in allen Betriebszuständen, auch im Schubbetrieb, die Momente zwischen linkem und rechtem Hinterrad verteilen. Beim Einlenken oder Beschleunigen in der Kurve werden sie überwiegend zum kurvenäußeren Rad gelenkt – das Auto wird förmlich in die Kurve hineingedrückt und bereits dem Ansatz von Untersteuern entgegengewirkt. Im Fall von Übersteuern stabilisiert das Sportdifferenzial das Fahrzeug, indem es Moment zum kurveninneren Rad verlagert. Die Ansteuerung sämtlicher Fahrwerkskomponenten erfolgt beim RS 6 Avant aus der Elektronischen Fahrwerkplattform. Die Elektronische Fahrwerkplattform (EFP), die in vielen Audi-Modellen mit Längsmotor zum Einsatz kommt, ist das zentrale Steuergerät für das Fahrwerk. Dafür berücksichtigt sie unter anderem die Geschwindigkeit, Gierrate, Querbeschleunigung, Wank- und Nickbewegungen des Autos, den Lenkwinkel, den Reibwert der Fahrbahn, den aktuellen Fahrzustand wie etwa Unter- oder Übersteuern sowie die Daten der beteiligten Fahrwerksysteme. Daraus errechnet sie die optimale Einstellung dieser Komponenten. Der Kunde profitiert davon durch präzises Kurvenverhalten, gesteigerte Fahrdynamik und hohen Fahrkomfort. Durch die Vernetzung mit dem Audi drive select kann der Fahrer die Arbeitsweise des Systems beeinflussen.

Exterieur

Gegenüber dem Grundmodell Audi A6 Avant leistet sich Audi beim RS-Modell diverse RS-spezifische Teile. Lediglich die Vordertüren, das Dach und die Heckklappe teilt sich der RS 6 Avant mit dem A6 Avant. Die auf jeder Seite um rund 40 Millimeter weit ausgestellten Radhäuser betonen den Sportsgeist des Hochleistungs-Avants und heben seinen eigenständigen Charakter weiter hervor. Die 22-Zoll-Räder korrespondieren perfekt mit den auffallenden Proportionen und der athletischen Silhouette des neuen RS 6 Avant. Im Vergleich zum A6 Avant ist der Singleframe deutlich flacher und breiter. Sein Kühlerschutzgitter mit der RS-spezifischen dreidimensionalen Wabenstruktur ist in Schwarz glänzend gehalten. In den markanten seitlichen Lufteinlässen, die inspiriert durch den Audi R8 nahezu bis an die Unterkante der Scheinwerfer heranreichen, stehen senkrechte Wings in Schwarz glänzend. Zur Fahrbahn hin einen klaren Abschluss bildet das horizontale Blade.Neben der neuen Motorhaube mit einem skulptural herausgearbeiteten Powerdome übernimmt der neue RS 6 Avant auch die Front-Scheinwerfer aus der A7-Baureihe. Sie sind nicht nur flacher und damit noch sportlicher im Ausdruck, sondern bieten auch die Option des HD-Matrix LED-Scheinwerfer mit Audi Laserlicht und abgedunkelten Blenden – ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal für den RS 6 Avant innerhalb der A6-Familie.

25 Jahre Audi RS-Kombis:nu

Auch die Seitenansicht kann mit dem gestreckten Vorderwagen, der langen, geraden Dachlinie und den flach angestellten D-Säulen, die sich auf die quattro-Blister stützen, buchstäblich sehen lassen. Die tief angesetzte Schulterlinie, die nach hinten leicht ansteigt, verlagert den optischen Schwerpunkt nach unten. An den Flanken unterstützen RS-spezifische Schweller mit schwarzen Einlegern optisch den ausgeprägten Vorwärtsdrang. Ein Dachkantenspoiler sowie ein RS-spezifischer Stoßfänger mit Heckdiffusor und Designelementen in Schwarz glänzend bilden den dynamischen Heckabschluss. RS-typisch mündet die RS-Abgasanlage auf beiden Seiten in ovalen chromfarbenen Endrohren – wahlweise ist eine RS-Sportabgasanlage mit schwarzen Endrohren verfügbar. Der Lackfächer hält dreizehn Farben für den neuen Audi RS 6 Avant bereit, darunter die beiden RS-spezifischen Farbtöne Nardograu und Sebringschwarz Kristalleffekt sowie fünf matteffektlackierungen. Die Außenspiegelgehäuse sind standardmäßig in Schwarz ausgeführt, optional auch in Wagenfarbe oder Aluminium matt. Die Optikpakete Aluminium matt, Schwarz und Carbon verändern die senkrecht stehenden Wings, das horizontale Blade, die Schweller-Einleger, Dachreling und Fensterschachtleisten sowie die Heckdiffusor-Spange. Die Audi-Ringe und die RS-Schriftzüge vorne und hinten werden auf Wunsch für das Optikpaket schwarz und Carbon ebenfalls in Schwarz glänzend gehalten. Zahlreiche weitere Individualisierungsmöglichkeiten bietet das Programm von Audi exclusive.

Lichttechnologie

Der neue Audi RS 6 Avant kommt serienmäßig mit LED-Scheinwerfern zum Kunden. Die Tagfahrlichtsignatur hat dabei einen digitalen Charakter: Zwölf Lichtsegmente stehen hier, durch schmale Zwischenräume getrennt, aufrecht nebeneinander – wie die Einsen und Nullen in der digitalen Welt. Im unteren Bereich der Leuchteinheit befinden sich das Abbiegelicht und das zweizeilige Matrix-Fernlicht, das aus 32 einzeln regelbaren LEDs besteht. Sie leuchten die Straße dynamisch und präzise aus und blenden andere Verkehrsteilnehmer automatisch aus dem Lichtkegel aus. Zudem übernehmen sie die Funktion des Kurvenlichts. Assoziationen mit der digitalen Welt befeuert auch das Schlusslicht des High-Performance-Avants. Je Einheit setzt es sich aus neun vertikalen Segmenten zusammen, die sich mit dem ebenfalls segmentierten Bremslicht abwechseln.

Sowohl die optionalen Matrix LED-Scheinwerfer mit Audi Laserlicht und abgedunkelten Blenden als auch die LED-Heckleuchten verfügen über ein dynamisches Blinklicht und werden beim Entund Verriegeln RS-spezifisch inszeniert. Das Audi Laserlicht, erkennbar am blauem Marker im Reflektor, verdoppelt die Reichweite des Fernlichts. In jedem Scheinwerfer generiert ein kleines Laser-Modul einen Lichtkegel, der als Spot mehrere hundert Meter weit leuchtet. Der monochromatische und kohärente blaue Laserstrahl hat eine Wellenlänge von 450 Nanometer. Ein Phosphorkonverter wandelt ihn in verkehrstaugliches, weißes Licht mit 5.500 Kelvin Farbtemperatur um – ideale Bedingungen für das menschliche Auge: Der Fahrer kann Kontraste besser erkennen und ermüdet weniger schnell. Damit bietet ihm der Laser-Spot, der ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h aktiv wird, ein großes Plus an Sicht und Sicherheit. Wenn die Kamera an der Windschutzscheibe andere Fahrzeuge in seiner Reichweite erkennt, blendet der Laser-Spot automatisch ab.

Fahrwerk

Jeweils als Fünflenker-Konstruktion ausgeführte Vorder- und Hinterachsen verarbeiten die einwirkenden Längs- und Querkräfte getrennt voneinander. Die Lenker bestehen ebenso wie die Hilfsrahmen in weiten Bereichen aus Aluminium. Die Spurweite beträgt 1.668 Millimeter vorn und 1.650 Millimeter hinten. Die serienmäßige Luftfederung RS-adaptive air suspension mit geregelter Dämpfung wurde RSspezifisch abgestimmt und lässt den neuen RS 6 Avant dank eines neuen Luftfedermoduls mit einer um 50 Prozent höheren Federrate erstmals bis zu 305 km/h schnell werden (mit Dynamikpaket plus). Sie lässt sich in mehreren Modi einstellen und integriert einen automatischen Niveauausgleich. Die Elektronische Fahrwerkplattform (EFP) dient dabei als zentrale Steuerinstanz, welche die Arbeit der Dämpfer an den Zustand der Straße, den individuellen Fahrstil und den gewählten Audi drive select-Modus anpasst. Zudem integriert die Luftfederung einen automatischen Niveauausgleich.

An der Vorderachse des Hochleistungs-Avant sorgt eine 10-Kolben-Festsättel Bremsanlage für starke Leistung und hohe Standfestigkeit. Die Sättel der serienmäßigen RS-Bremsanlage mit innenbelüfteten gelochten Scheiben der Dimension 420 Millimeter vorn und 370 Millimeter hinten sind in schwarz oder auf Wunsch rot lackiert. Bei der optionalen, komplett neu entwickelten, RS-Keramikbremsanlage sind die Sättel wahlweise in Grau, Rot oder Blau ausgeführt. Ihre Scheiben haben die Dimension 440 Millimeter vorn und 370 Millimeter hinten. Die anthrazitgrauen Keramikscheiben sind extrem standfest, leistungsfähig und langlebig. Pro Seite führen zwei Luftleitelemente, die an der Vorderachse befestigt sind, die Wärme schnell ab und verbessern die Fadingstabilität. Im Vergleich zu ihrem stählernen Pendant bringt die RS-Keramikbremsanlage 34 Kilogramm weniger auf die Waage.

Karosserie

Der neue RS 6 Avant misst 4.995 Millimeter in der Länge, 1.951 Millimeter in der Breite und 1.460 Millimeter in der Höhe. Bei der Karosseriekonstruktion setzt Audi auf einen intelligenten Mix aus unterschiedlichen Werkstoffen. Als höchstfester Verbund bilden warmumgeformte Stahlbauteile das Rückgrat der Fahrgastzelle. Sie verstärken den unteren Bereich der Stirnwand, die Seitenschweller, die hinteren Längsträger, die B-Säulen und die vordere Zone des Dachbogens. Hier und in weiteren Bereichen der Karosserie nutzt Audi zudem Blechplatinen mit variablen Wandstärken zwischen 0,75 und 2,05 Millimeter. Diese tailored blanks – maßgeschneiderte Bleche – entstehen durch partielles Vergüten und durch aufwändige Verfahren beim Auswalzen beziehungsweise beim Zusammenschweißen. Bei geringem Gewicht liefern sie eine hohe Festigkeit. Die höhere Verwindungssteifigkeit der Karosserie trägt zum gestiegenen Komfortniveau bei und ist gleichzeitig die Basis für hohe Fahrdynamik. Die Federbeindome bestehen aus Aluminiumguss, die Abstützungen der D-Säulen aus Aluminiumblech. Türen, Motorhaube und Kofferraumklappe sind ebenfalls reine Aluminiumblechteile. Leer ohne Fahrer wiegt der neue RS 6 Avant 2.075 Kilogramm. Das Aerodynamik-Team von Audi hat in allen Bereichen hohen Aufwand betrieben, von den Außenspiegeln auf den Türbrüstungen bis zur Verkleidung der Hinterachse. Am Unterboden leiten kleine Spoiler die Strömung gezielt – unter anderem vor den Vorderrädern und vor der Reserveradmulde. Die äußeren Bereiche der Lufteinlässe haben zusätzliche Öffnungen, sie schicken einen Teil des Fahrtwinds in die Radhäuser, wo er an den Rädern vorbei strömt. Der neue RS 6 Avant erzielt einen cw-Wert von 0,35.Dank eines aufwändigen Dichtkonzepts fürTüren und Heckklappe liegt der Hochleistungs-Avant auch bei der Aeroakustik auf Top-Niveau. Ab Werk liefert Audi für Front- und Seitenscheiben eine Akustik-Verglasung mit sechs MillimeterWandstärke.

Innenraum

Das Platzangebot im Interieur des neuen RS 6 Avant ist gewachsen. Der Gepäckraum hält 565 bis 1680 Liter Volumen bereit, die Durchladebreite zwischen den Radhäusern ist im Vergleich zum Vorgänger um 14 Millimeter auf 1050 Millimeter gestiegen. Das zukunftsweisende Innenraumdesign betont mit seiner Fahrerorientierung und den Dekoreinlagen in Aluminium Race anthrazit den sportlichen Charakter des neuen RS 6 Avant. Mit ihrer horizontalen Ausrichtung und dem gestuften, dreidimensionalen Aufbau wirkt die Instrumententafel leicht und schlank. Die Benutzeroberfläche des volldigitalen Bediensystems harmoniert mit dem klaren Black Panel-Design, in der auch die asymmetrisch geschnittene Konsole des Mitteltunnels glänzt. Sie integriert ein zweites Display und darunter eine Tastenleiste. Diese ist ebenso wie die Bedieninsel für die Lichtfunktionen optional mit touch response-Technik erhältlich. Auch das obere MMI touch response-Display ist fast unsichtbar in die Black Panel-Architektur integriert. Serienmäßig nehmen Fahrer und Beifahrer auf RS-Sportsitzen in schwarzem Perlnappa Leder/Alcantara mit Rautensteppung und RS-Prägung Platz. Optional sind die RS-Sportsitze in Leder Valcona perforiert mit Wabensteppung und RS-Prägung gehalten. Ihre Perforierung ermöglicht neben der Sitzheizung erstmals auch eine Belüftungsfunktion. Rot und grau: die RS-

Designpakete

Farbe ins Cockpit bringen die beiden RS-Designpakete. Mit ihnen werden Lenkradkranz, Schaltmanschette und Kniepads in Alcantara mit Kontrastnähten ausgeführt – wahlweise in Rot oder Grau. Gurtbänder mit farbiger Einfassung und RS-Fußmatten runden das Paket ab. Mit den optionalen Dekoreinlagen in graubraunem Holz oder mattem Aluminium lässt sich das Interieur individuell gestalten. Das Kontur-Ambiente-Lichtpaket unterstreicht das Interieur-Design bei Dunkelheit und inszenieren den Raum, das Volumen und die Materialien. Das Ambiente-Licht lässt die Schalttafel und die Mittelkonsole scheinbar schweben, in der Tür steigert es die Raumwirkung. Das Konturlicht zeichnet auf der Mittelkonsole und in den Türverkleidungen die großen Linien nach und lässt sich in 30 Farben einstellen. Beleuchtete Gurtschlösser erleichtern die Suche nach dem Gurtschloss bei Dunkelheit und steigern damit den Komfort für die Insassen. Im Innenraum finden sich RS- und RS 6-Schriftzüge an Lenkrad, Sitzen und den beleuchteten vorderen Einstiegsleisten. Projektoren unten an den vorderen und hinteren Türen projizieren bei geöffneten Türen das Audi Sport-Emblem auf die Fahrbahn.

Fotos: Audi

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