VW Polo G40 Tuning: Chiptuning, Laderad, Nockenwellen

Heute geht um die erste Sport-Version vom VW Polo: dem G40. Denn damals gabs es noch keinen GTI: 1986 kam Volkswagen mit der sportlichen Variante des Polo Coupe der zweiten Generation heraus. Mit mechanischem G-Lader ausgerüstet war der Polo für damalige Verhältnisse fast schon ein Sportwagen.


Fotos: Volkswagen

85 kW / 115 PS aus 1,3 Litern Hubraum beschleunigten den Kleinwagen in 9,0 Sekunden auf 100 km/h und bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h. Erstmalig zu sehen war der Polo G40 in diesem Video:

Leider gab es Schäden am G-Lader, der über die Jahre etwas Rost angesetzt hatte. Dadurch hatten sich die Dichtleisten im Gehäuse gelöst, wodurch Luft entweichen konnte. Im nächsten Video geht es dann erstmal um die Serienleistung mit altem Motor und überholtem G-Lader. Normalerweise sollten 0,6-0,7 Bar Ladedruck anliegen.

Auf dem Prüfstand kommt raus: 117,8 PS Leistung und 157,7 Nm Drehmoment bei unverändertem Ladedruck. Da der Polo Serie 115 PS haben sollte ein gutes Ergebnis, der neue Turbolader funktioniert. Im dritten Video geht es endlich ans Tuning: Die neuen Teile kommen rein.

Verbaut werden: Ein neuer Luftfilter, Umbau der zwei Keilriemen auf Flachriemen mit neuem 65er-Laderad für den G-Lader, neue Zündkerzen und eine neue Nockenwelle von Schrick. Auch Chiptuning bekommt der G40, und zwar in Form eines tatsächlich neuen EPROM-Chips, der bereits die neue Software installiert hat und einfach ausgetauscht wird. Nachdem alles eingebaut ist geht es wieder zur Leistungsmessung auf den Prüfstand.

Das Ergebnis ist enttäuschend. Der Polo hat zwar Leistung dazugewonnen, liegt aber lediglich bei 128,6 PS und 171,5 Nm Drehmoment. Weit entfernt von den angepeilten 150 PS. Andree Martens von AMPerformance kommt dazu und geht auf Fehlersuche.



Der Fehler ist gefunden: Der Polo konnte nicht atmen, das Gehäuse vom Luftfilter und damit der ganze Ansaugtrakt war zu klein. Zusätzlich wird umgerüstet von Luftmengenmesser auf Map-Sensorik. Dazu muss der Kabelbaum, das Steuergerät, die Digifant Einspritzung und die Drosselklappe umgebaut werden. Direkt bei der ersten Fahrt, ohne weitere Änderungen stieg der Ladedruck bereits von 0,65 auf 0,9 Bar.

Ein weiterer Polo G40 steht auch auf dem Hof, der von G-Lader auf Turbolader umgerüstet wurde und nun aus 1,3 Liter Hubraum 287 PS und 370 Nm holt. Der Ladedruck liegt bei 1,6 Bar, der Zylinderkopf ist bearbeitet mit Einzeldrosselklappen je Zylinder und größeren Einspritzdüsen. Krümmer und Downpipe sind ebenfalls geändert. Das Wastegate hat einen eigenen Ausgang bekommen. Eine ganze Menge Hardware, die im Normalfall aber trotzdem nicht soviel Leistung produzieren würde – der Polo läuft auf Ethanol.



Und wo man schon dabei ist: Ein dritter Polo steht auch noch auf dem Hof, ebenfalls ein Turboumbau mit einem kleinen K14-Lader mit ca. 160 PS. Der wird wohl eins der nächsten Projekte – ein größerer Turbolader soll reinkommen. Am Ende noch die Probefahrt mit dem Polo 2 G40 und der Test, ob der Ladedruck nun höher geht. Auf der Straße zeigt die Anzeige bereits knapp unter 1 Bar und der Prüfstand bestätigt: 149,9 PS und 198,1 Nm Drehmoment drückt der neu abstimmte Motor nun.

[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

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